Tagblatt Online, 20. Februar 2012 01:04:39
Mit dem SP-Zug ins Toggenburg
Heidi Hanselmann und Fredy Fässler warben am Samstag am Bahnhof Wattwil für sich und für die SP-Initiative «Energiewende – St. Gallen kann es!» (Bild: Hansruedi Kugler)
Natur, Spital und Kultur sind die Themen, mit denen die beiden SP-Regierungskandidaten Heidi Hanselmann und Fredy Fässler das Toggenburg in erster Linie verbinden. Dies wird beim Gespräch auf der Zugfahrt von Rapperswil nach Wattwil deutlich. Am Samstag hat die kantonale SP ihre Abstimmungsparolen für den 11. März im Zug gefasst und das Duo Hanselmann/Fässler kritisierten in ihren Reden bei den Zwischenhalten die bürgerliche Sparpolitik und warben für die Initiative der kantonalen SP, die ein Prozent des Kantonsbudgets, rund 50 Millionen Franken, für die Förderung alternativer Energien verlangt.
Gelassene Spitalretterin
Keine Frage, im Toggenburg hat Heidi Hanselmann in zweierlei Hinsicht ein Heimspiel. Schliesslich ist sie als Spitalretterin über die meisten Parteigrenzen hinweg akzeptiert. Entsprechend gelassen sieht sie ihrer Wiederwahl am 11. März entgegen. Und weil ihre Grosseltern in der «Sonne» Krummenau wirteten, und sie darum auf der Wolzenalp Skifahren lernte, kennt sie das Toggenburg auch aus der Naturperspektive. Als passionierte Berggängerin hat sie die sieben Churfirsten allesamt schon gemeistert und kürzlich hat sie auf einer Skitour den Selun erstiegen. Ihre politisch wichtigste Erfahrung im Toggenburg habe sie aber im Spital Wattwil gemacht. Beeindruckt sei sie auch heute noch von der Verbundenheit der Toggenburger mit ihrem Regionalspital. Die hohe Bettenbelegung und das gute, kostengünstige Angebot seien der beste Beweis, dass die Spitalplanung des Kantons funktioniere. Heidi Hanselmann steht deshalb «mit Überzeugung und Elan» für die 85 Millionen-Erweiterung des Spitals Wattwil.
Fredy Fässlers Energieforderung
Fredy Fässler hingegen kennt man im Toggenburg noch wenig. Zwei Lieblingsplätze hat der St. Galler Anwalt im Toggenburg: Das Rössli Mogelsberg, wo er geheiratet hat, und das Seegüetli am Schwendisee – weil er Peter Roths Naturstimmen genial findet. Darum kommt bei der Frage, wie man das Toggenburg politisch fördern kann, die Antwort «Klanghaus» nicht überraschend. Wenn man von Wil aus durch die Toggenburger Dörfer fahre, habe man schon den Eindruck, dass man hier eine stagnierende Region vor sich habe. Darum ärgere ihn die bürgerliche Sparpolitik, denn das Toggenburg würde von der Investition ins Klanghaus sehr profitieren – und im Energietal sieht er einen Verbündeten. 2007 hat Fredy Fässler dasselbe vergeblich im Kantonsrat gefordert, was das Energietal Toggenburg nun umsetzt: Energieautarkie bis 2030. «Das schafft in der Region nachhaltig Arbeitsplätze», meint Fredy Fässler. Hansruedi Kugler
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