Studien für Depot-Neubau

BAUPROJEKT ⋅ Die Pläne für ein neues VBSG-Depot an der Rechenstrasse kommen voran. Als nächster Schritt werden nun Mantelnutzungen geprüft – von Büros bis zu Wohnungen.
03. Januar 2018, 05:20
Luca Ghiselli

Luca Ghiselli

luca.ghiselli@tagblatt.ch

Das Depot der Verkehrsbetriebe St. Gallen (VBSG) soll neu gebaut werden. Dazu bekennt sich der Stadtrat nun, da die Prüfung verschiedener Standorte abgeschlossen ist. Ursprünglich war geplant, das bestehende Depot an der Steinachstrasse auszubauen und zu sanieren. Davon will der Stadtrat nun aber absehen. Er favorisiert einen Neubau an der Ecke Zürcher- und Rechenstrasse.

In einer Vorlage ans Stadtparlament, die in der Zwischenzeit auf Anraten der Liegenschaften- und Baukommission (LBK) wieder zurückgezogen wurde, empfiehlt der Stadtrat, die Planung für einen Neubau aufzunehmen. Dazu ist in einem ersten Schritt eine Ideenstudie notwendig. In ihrem Rahmen sollen verschiedene bauliche Alternativen vertieft geprüft werden – insbesondere die Frage der sogenannten Mantelnutzung.

Die Technischen Betriebe könnten doch zügeln

Wie bereits in den Sanierungs- und Ausbauplänen für das bestehende Depot an der Steinachstrasse vorgesehen war, sollen nämlich auch am neuen Ort bauliche und betriebliche Synergien genutzt werden. An der Steinachstrasse hätten die Technischen Betriebe nach Abschluss der Erweiterung einziehen sollen. Diese Lösung ist nicht vom Tisch. «Als gewerbliche Mantelnutzung bietet sich die Zusammenführung der gesamten Technischen Betriebe an diesem Standort an», heisst es in der Vorlage. Ob diese Lösung auch städtebaulich und bezüglich der Erschliessung verträglich sei, werde nun in einer ersten Phase abgeklärt. Auch andere Mantelnutzungen, zum Beispiel Wohnungen auf dem Depot, sind zum aktuellen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen.

Erst nachdem diese Fragen geklärt sind, wird eine Projektstudie durchgeführt. Und dann kommen die Depotvisionen auch erstmals ins Stadtparlament. Den Kredit für die Ideenstudie in der Höhe von 220000 Franken hat der Stadtrat nämlich auf Anraten der LBK in eigenem Ermessen gesprochen. «Wir wollten die Pläne bereits zu einem frühen Zeitpunkt transparent kommunizieren», sagt Baudirektorin Maria Pappa auf Anfrage. Der LBK habe es aber gereicht, erst nach den Ergebnissen der Ideenstudie konkret informiert zu werden.

Die Ideenstudie und die darauf folgende Projektstudie werden gemäss Vorlage im Frühjahr 2019 abgeschlossen sein. Danach wird auf Basis der Siegerstudie ein Projektierungskredit beantragt. Dannzumal wird auch feststehen, wie hoch die Kosten für den Neubau ausfallen werden. In der Investitionsplanung 2018 sind in Zusammenhang mit dem VBSG-Depot rund 56 Millionen Franken eingestellt.

Das Stimmvolk hat 2021 das letzte Wort

Klar ist bereits heute, dass der Kredit für den Neubau höher wäre als 15 Millionen Franken. Das heisst: Das Stimmvolk hat das letzte Wort. Bis es soweit ist, dauert es aber noch. Eine Volksabstimmung könnte gemäss Vorlage 2021 stattfinden. Werden keine Einsprachen eingereicht, wäre ein Baustart 2023 realistisch, sodass die VBSG den Depot-Neubau an der Zürcher- und Rechenstrasse frühestens 2025 beziehen könnten.