Ein Marc-Zellweger-Platz vor der FHS St.Gallen?

VORSCHLÄGE ⋅ Der abschüssige Platz zwischen Fachhochschule und Bahnhof hat noch keinen Namen. Das "Tagblatt" sammelte Vorschläge. Zusammengekommen ist Überraschendes.
20. Dezember 2017, 17:43
Daniel Wirth
Ginge es nach der städtischen Namenkommission, hiesse der Vorplatz der Fachhochschule beim Bahnhof «Frisch-Platz» nach dem Zürcher Schriftsteller Max Frisch (15. Mai 1911 – 4. April 1991). Der Stadtrat entschied sich aber dagegen. Der Quartierverein wünschte sich später einen «Rosenbergplatz». Dieser Vorschlag scheiterte aber an der Grösse des Platzes; er war dem Quartierverein zu klein. Das «Tagblatt» lancierte am Dienstag auf Facebook eine Umfrage und bat um Vorschläge. Innert 24 Stunden gingen über 80 Namen für den Platz ein – nicht alle waren ernst gemeint, einige indessen schon.

Der Vorschlag des Quartiervereins, den Ort «Rosenbergplatz» zu taufen, fand sich in den Facebook-Kommentaren wieder. Mit Bezug auf Studentinnen und Studenten der Fachhochschule St.Gallen (FHS), die nach ihrem Studium mit Visionen in die Arbeitswelt zögen, wurde auch der «Visionenplatz» vorgeschlagen. In eine ähnliche Richtung gehen die Vorschläge «Studienplatz», «Platz der Wissenschaft», «Wissensplatz», «Platz der Bildung» oder «Hochschulplatz».
Andere Vorschläge lehnen sich an die Nähe zum Bahnhof. Drei Beispiele dafür: «Hinter-den-sieben-Gleisen-Platz», «Loki-Platz» oder «Perronplatz».

Gleich zweimal ging der Vorschlag ein, den Platz nach dem zu benennen, was er heute ist, ein «Pausenplatz». Der in der Stadt bestens bekannte Blogger Marcel Baur schlägt folgenden Namen vor: «Plaza Chiosco». SP-Stadtparlamentarier und Barista Gallus Hufenus, der italienischen und spanischen Sprache mächtig, korrigiert Baur: Wenn schon müsse es «Piazza Chiosco» heissen. Baurs Vorschlag gründet auf der Idee, in der westlichen Ecke des noch namenlosen Platzes einen achteckigen Kiosk nach italienischem Vorbild zu installieren.
 

Ist das überhaupt ein Platz?

Zwei Kommentatoren machten keinen Vorschlag, sondern hielten nicht zurück mit Kritik: «Ob diese trostlose Fläche das Prädikat Platz verdient, ist fraglich.» Vielmehr handle es sich um einen Tiefgaragendeckel. Dieser Eintrag generierte sofort einen Vorschlag auf Facebook: «Piazza Trostlosika». Ein weiterer Vorschlag zielt auf die geringe Grösse des Platzes vor der FHS ab: «Platzangst».

Wie die Namenkommission machten nur drei von 80 Teilnehmern der Tagblatt-Namenaktion den Vorschlag, den Platz nach einer berühmten Person zu benennen: «Napoleonplatz», «Matthias-Hüppi-Platz», «Marc-Zellweger-Platz». Marc Zellweger spielte mit Intermezzi in der Bundesliga und beim FC Wil viele Jahre für den FC St.Gallen und wurde in der Saison 1999/2000 Schweizermeister mit den «Espen». Jahrelang skandierten die Fans: «Marc Zellweger, Fussballgott». Ginge das, den Platz nach Marc Zellweger zu benennen? Marcel Mayer, Stadtarchivar und interimistischer Leiter der Namenkommission, sagt, Usus sei, nur Verstorbene mit einer Strasse oder einem Platz zu ehren.