In St.Gallen wird der Strom billiger

TARIFE ⋅ Per Anfang 2018 passen die St. Galler Stadtwerke wie jedes Jahr ihre Strom- und Gaspreise an. Der Strom wird im kommenden Jahr günstiger, das Gas hingegen teurer.
21. Dezember 2017, 09:47
Roger Berhalter

Roger Berhalter

roger.berhalter@tagblatt.ch

Kunden der St. Galler Stadtwerke haben kürzlich erfreuliche Post erhalten: «Die St. Galler Stadtwerke senken auf den 1. Januar 2018 erneut die Strompreise für Haushalte und Kleingewerbe», heisst es in dem Brief. Ein durchschnittlicher Haushalt kann für das Jahr 2018 mit einer Preisreduktion von 1,8 Prozent rechnen. Ein Rechenbeispiel: Die Bewohner einer 5-Zimmer-Wohnung mit Elektroherd und Tumbler – Jahresverbrauch 4500 Kilowattstunden – bezahlen im laufenden Jahr etwa 955 Franken für Strom, ohne Mehrwertsteuer. Bei gleichem Verbrauch werden sie im Jahr 2018 nur noch 922.50 Franken bezahlen. Sie sparen in einem Jahr also 32.50 Franken ein, was in diesem Fall 3,4 Prozent entspricht.

Die Netzkosten sind gesunken

Mehrere Faktoren sind für die sinkenden Strompreise verantwortlich. Bei der Berechnung der Preise sind die St. Galler Stadtwerke auch abhängig von nationalen und internationalen Organisationen und Regelungen. Für 2018 erwarten sie tiefere Kosten für Beschaffung und Betrieb. Einerseits verrechnet ihnen der Energiedienstleister Axpo weniger für die Nutzung seines Netzes. Anderseits verrechnet auch die Netzbetreiberin Swissgrid geringere Kosten. «Allein diese beiden Posten machen rund 800000 Franken aus, die wir an die Kunden weiter geben dürfen», sagt Peter Graf, Bereichsleiter Energie und Marketing, bei den St. Galler Stadtwerken.

Vier Millionen Franken weniger

Verschiedene weitere solche Posten führen dazu, dass die Netzkosten im kommenden Jahr insgesamt um rund vier Millionen Franken geringer ausfallen als im Jahr 2017. Daraus resultieren für 2018 tiefere Netztarife, also tiefere Stromkosten für die Kunden.

Es ist schon das zweite Jahr in Folge, dass die Strompreise in der Stadt sinken. Schon auf Anfang 2017 gab es eine leichte Reduktion. Solche Schwankungen sind laut Peter Graf normal. «Es gibt jedes Jahr Veränderungen, da die Strompreise nach einem vom Bund vorgeschriebenen standardisierten Vorgehen neu berechnet werden müssen.» Die Preise würden aufgrund geschätzter Kosten berechnet. «Nach dem definitiven Abschluss entstehen naturgemäss Differenzen.»

Wenn die Stadtwerke von ihren Stromkunden einmal mehr als erwartet einnehmen würden, fliesse dieses Geld nicht in ­die Tasche der Stadtwerke. Diese sind in so einem Fall verpflichtet, den Überschuss wieder an die Kunden zurückzuzahlen. Auch im kommenden Jahr wird dies der Fall sein – ein weiterer Grund, weswegen die Stromkosten sinken.

Seit 2011 sank der Gaspreis – bis jetzt

Anders sieht es bei den Gaspreisen aus: Sie werden auf Anfang 2018 um rund sieben Prozent steigen. Peter Graf relativiert aber die Änderung. «Seit Juni 2011 haben wir den Gaspreis fünfmal gesenkt.» So sei Gas heute um 23 Prozent günstiger als damals. Nun hebe man den Preis wieder leicht an. Als Gründe nennt Graf unter anderem die gestiegene CO2-Abgabe. Auch der Eurokurs, der in den vergangenen Jahren tief war und den Stadtwerken einen günstigen Gaseinkauf ermöglichte, sei jetzt wieder gestiegen und habe die Beschaffungskosten erhöht.


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