Wurzeln zerstörten Belag

RORSCHACH ⋅ Weil der Strassenbelag kaputt ging, mussten fünf Rosskastanien gefällt werden. Da Fällaktionen immer wieder auf Kritik stossen, prüft die Stadt genau, ob diese nötig sind.
19. Dezember 2017, 06:47
Jolanda Riedener

Jolanda Riedener

jolanda.riedener@tagblatt.ch

Fünf Rosskastanien, 15 bis 18 Meter hoch, sind gestern bei Schneegestöber mitten im Wohnquartier, an der Löwengartenstrasse, gefällt worden. Mitarbeiter des Rorschacherberger Forstunternehmens Gebrüder Fuchs wurden von der Stadt mit den Fällarbeiten beauftragt.

Die bestehenden Baugruben sind für die Rosskastanien zu klein, ihr Wurzelwerk sprengte die Gruben und es gab Schäden am Trottoirbelag. «Im Sinne der Sicherheit für Fussgänger und weitere Verkehrsteilnehmer, sowie der behindertengerechten Nutzung des Trottoirs, hat sich der Stadtrat für einen Ersatz ausgesprochen», heisst es in einer Mitteilung («Tagblatt»-Ausgabe von gestern).

Stadt prüfe genau, ob Baum gefällt werden musste

«Das Problem durch Wurzeln, die den Belag beschädigen, war im Bereich der Löwenstrasse 25 sehr ausgeprägt», sagt Stadtschreiber Roger Böni auf Anfrage. Generell prüfe die Stadt jeweils genau, ob die Fällung eines Baums wirklich nötig sei. Nur wenn es nicht anders gehe, würden Bäume gefällt. An anderen Orten in Rorschach sei dieses Problem derzeit aber nicht akut. Bei Neubepflanzungen achte man gemäss Böni ausserdem darauf, dass eine Art gewählt wird, die weniger Wurzeln in die Breite sondern eher in die Tiefe macht.

Beispielsweise an der Hauptstrasse, auf der Höhe Seehof, wurden Anfang Jahre Gleditschien gepflanzt. Der Lederhülsenbaum ist eigentlich in den zentralen und östlichen Teilen der USA beheimatet. Statt Esche oder Ulme also ein Exot, der dafür als resistent gegen Krankheiten gilt und nicht invasiv sei.

Welche Baumsorte die fünf Rosskastanien an der Löwenstrasse ersetzen wird und ob es sich um eine heimische oder exotische Art handelt, das ist gemäss Böni noch nicht klar. Im Gegensatz zu anderen Bäumen in der Hafenstadt galten jene fünf Rosskastanien nicht als Schutz- objekte.

Rote Köpfe wegen gefällten Birken in Walzenhausen

Die Fällung von Bäumen und insbesondere die Kommunikation diesbezüglich, war in der Region schon öfter Diskussionspunkt. In Walzenhausen sorgte kürzlich die Fällung von sechs Birken für rote Köpfe: Die über 60-jährigen Bäume wurden umgehauen, da sie sich in der Nähe eines Spielplatzes befinden. Dazu hatte die Gemeinde widersprüchlich kommuniziert: Es hiess, sie seien wegen Pilzbefall gefällt worden. Eine andere Begründung lautete, die herunterhängenden Äste seien eine Gefahr für die Kinder.


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