Vier Stunden arbeiten bei vier Grad unter Wasser

RORSCHACH ⋅ Die Hafenmauer des Rorschacher Segelhafens wird mit Stahlkabeln stabilisiert. Die Sicherung der Mauer - 1983 erstellt - ist in die Jahre gekommen und muss erneuert werden. Dafür arbeitet Berufstaucher Jan Stirnemann täglich bis zu vier Stunden unter Wasser. Der Video-Filmer Tino Dietsche ist für das Tagblatt mit ihm abgetaucht.
10. Dezember 2017, 14:32
Rudolf Hirtl
Sicherungsmann Benni Fretz von der Stuwatec Wasserbau GmbH hält einen Strang voller farbiger Kabel in den Händen und lässt diesen nach und nach ins Wasser gleiten. Es ist kalt, der Wind pfeift und Schneeflocken peitschen ihm ins Gesicht. Trotz der garstigen Bedingungen kann er sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, hört er doch Berufstaucher Jan Stirnemann von unter Wasser über seine Kopfhörer fluchen wie einen Rohrspatz.

Der Berufstaucher Jan Stirnemann renoviert bei 4 Grad Wassertemperatur noch bis Mitte Januar die Hafenmauer des Segelhafens Rorschach. (Bilder: Jil Lohse)



Verübeln kann dem 36-Jährigen das Schimpfen keiner. Im vier Grad kalten Wasser ersetzt der Kesswiler Berufstaucher seit Anfang Oktober und noch bis Ende Januar 25 alte Stahlkabel durch neue mit Rohrschutz (siehe rote Linie in der Grafik). Diese Kabel halten die Hafenmauer des Rorschacher Segelhafens an ihrem Platz.

Wie seine Arbeit unter Wasser genau aussieht, erklärt Stirnemann in diesem Video gleich selber:

Berufstaucher Jan Stirnemann arbeitet unter Wasser. In drei- bis vierstündigen Einsätzen und bei 4 Grad Wassertemperatur stabilisert der Kesswiler im Rorschacher Segelhafen die Hafenmauer. (Tino Dietsche/Alexandra Stark)


Nötig geworden sind die Arbeiten, weil 2011 bei der jährlichen Kontrolle festgestellt wurde, dass die Spundwandverankerungen (rote Linie in der Grafik) saniert werden müssen. Diese Spundwände sichern den 1978 eröffneten Hafen vor Stürmen.


Der Hafen wird von der Genossenschaft Segelhafen Rorschach betrieben und unterhalten. Sie bezahlt laut Präsident Kuno Eugster auch die Sanierungskosten von rund 300000 Franken. 

Übrigens: Auf die Fische haben die Absaug- und Montagearbeiten keinen negativen Einfluss. Im Gegenteil, es wird derart viel Material freigespült, dass Fische einen gedeckten Tisch haben und in grossen Schwärmen zum Pumpauslass kommen.

 

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