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Tagblatt Online, 15. Februar 2012 01:06:00

Wer länger parkiert, soll bezahlen

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Parkieren auf den Mühlegut-Parkplätzen könnte bald kosten. (Bild: Ralf Rüthemann)

Bezahlen fürs Parkieren? Ja, sagt der Goldacher Gemeinderat und legt ein Konzept «Parkplatzbewirtschaftung» vor. An der Bürgerversammlung vom 19. März sollen die Stimmberechtigten sagen, ob sie fürs Parkieren bezahlen wollen oder nicht.

MARIANNE BARGAGNA

GOLDACH. Rorschach tut es, St. Gallen auch. Und jetzt will Goldach nachziehen mit der Parkplatzbewirtschaftung. «Es ist auch höchste Zeit dafür», ist eine Goldacherin überzeugt. Sie war eine von etwa 60 Goldacherinnen und Goldachern, welche die Einladung zum Dorfapéro am Montagabend angenommen hatten. Viele von ihnen waren mit dem Auto gekommen. Und sie konnten ihren fahrbaren Untersatz gratis auf einem der Parkplätze im Dorfzentrum abstellen. Das hätten sie auch tun können, wenn die Parkplatzbewirtschaftung schon eingeführt gewesen wäre. Denn der Gemeinderat schlägt vor, dass nur von 8 bis 18 Uhr eine Parkgebühr bezahlt werden soll. Der Apéro begann um 19.30 Uhr.

Warum bewirtschaften?

Nachdem Gemeindepräsident Thomas Würth sowie die Architekten Peter Buschor, Nicole und Markus Bühler das geplante Jugendzentrum vorgestellt hatten (siehe Kasten), erfuhren die Anwesenden Detailliertes zur Parkplatzbewirtschaftung und warum sie jetzt eingeführt werden soll. Da seien einerseits die SBB, die ihre Parkplätze bewirtschaften. Anderseits seien öffentliche Plätze dauernd belegt, meist von Pendlern oder Berufstätigen im Dorf, sagte Würth. Folge davon: Es gibt kaum freie Parkplätze, was wiederum unter anderem dem Gewerbe zum Nachteil gereiche.

Mit der Parkplatzbewirtschaftung verfolge der Gemeinderat verschiedene Ziele. Zum einen soll die Verfügbarkeit der Parkplätze im Dorfzentrum verbessert werden. Dann soll auch ein Anreiz, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen, geschaffen werden. Schliesslich könne mit einer Bewirtschaftung das Verursacherprinzip angewendet werden. Und nicht zuletzt könnten Einnahmen generiert werden.

Eine halbe oder volle Stunde?

Wo soll nun aber der Automobilist fürs Parkieren bezahlen? Vor allem im Dorfzentrum, auf dem Rathausplatz, den Parkplätzen Mühlegut, Wartegghalle, Rosenacker und entlang der Blumenstrasse, der Haupt-, Post- und Ulrich-Rösch-Strasse. Aber auch beim Friedhof und bei der Schmid-Fehr AG. Der Gemeinderat schlägt eine Gebührenpflicht von Montag bis Samstag jeweils von 8 bis 18 Uhr vor. Die erste halbe Stunde soll jeweils gratis sein. In dieser Zeit könne man schnell Gipfeli holen oder das Postfach leeren, sagte Würth. Eine Stunde gratis wäre aber besser als eine halbe Stunde, stellte in der Diskussion ein Goldacher lakonisch fest. Widerspruch brauchte er nicht zu befürchten.

Grundsätzlichen Widerspruch gab's auch nicht gegen den Vorschlag des Gemeinderates, in Quartieren Blaue Zonen zu schaffen. Damit könne ein Ausweichen der Automobilisten auf Parkplätze in Quartieren vermieden werden, erklärte Würth. Blaue Zonen könnte es unter anderem an der Löwen-, Dufour-, Unter- und Weierstrasse geben.

Zum Vorschlag eines Goldachers, die so genannten Laternengaragen zu bewirtschaften, sagte Würth mit dem Hinweis darauf, dass Rorschach diese wieder abschaffe: «Wir wollen von Laternengaragen absehen. Der Kontrollaufwand ist recht gross.» Aufgenommen hat er aber die Anregung, mehr und möglichst gedeckte Veloparkplätze zu schaffen. Und den Vorschlag, die Einnahmen aus der Parkplatzbewirtschaftung für die Verschönerung des Dorfes auszugeben.

Wie geht es nun weiter?

Am 19. März entscheiden die Stimmberechtigten, ob in Goldach die Parkplätze bewirtschaftet werden sollen. Sagen sie Nein «bleibt alles beim alten», sagt Thomas Würth. Sagen sie Ja, wird ein Detailkonzept ausgearbeitet und an der Bürgerversammlung 2013 ein Kredit beantragt. Und sagen die Goldacherinnen und Goldacher dann Ja, so könnte im Sommer 2013 mit der Parkplatzbewirtschaftung begonnen werden.





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