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Thurgauer Zeitung, 23. Mai 2011, 07:24 Uhr

Boccia-Titel geht nach Zürich

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Präsident Antonio Nittolo hat gut lachen, der Bocciaclub Feldmühle-Primavera hat die Schweizer Meisterschaft bestens organisiert. (Bild: Bilder: Rudolf Käser)

RORSCHACHERBERG. Tessiner und Italiener dominieren die Schweizer Zweier-Meisterschaft im Boccia. Beim Final in der Halle des heimischen Vereins Feldmühle-Primavera setzten sich Giulio Di Benedetto und Alessandro Corbo vom Team Pro Ticino Zurigo durch.

Rudolf Käser

Bei der Finalissima in der Bocciahalle von Feldmühle-Primavera, Rorschacherberg, wurde hochstehender Bocciasport geboten. Boccia ist in der Schweiz bei weitem keine reine Italiener-Angelegenheit. Das wurde in Rorschacherberg deutlich unter Beweis gestellt. Nach den Vorrundenspielen am Samstag auf den Bahnen von Alcan Boccia, Boccia-Club St. Gallen, Schmerikon, Schönenberg bei Kradolf, Arbon und Kreuzlingen trafen sich gestern die besten Teams in Rorschacherberg.

Schliesslich machten in den Halbfinals drei Tessiner Zweierteams und das Team Ticino Zurigo die Medaillen unter sich aus. Nach hartumkämpften Achtel-, Viertel- und Halbfinalpartien spielten Ticino und Ticino Zurigo um den Schweizer Meistertitel. Den Final dominierten die Italiener von Ticino Zurigo, Giulio Di Benedetto und Alessandro Corbo deutlich vor Ticino mit Rossano Catarin und Dante Chisletta. Gemeinsam auf dem dritten Platz klassierten sich zwei weitere Ticino-Teams.

Leise mit scharfem Blick

Wer den Italienern ab und zu nachsagt, sie seien gesprächsfreudig und manchmal auch etwas lauter, der wurde zumindest in der Bocciahalle eines anderen belehrt. Während der Spiele herrschte beinahe absolute Stille. Sogar beim Einspielen forderten die Spieler Ruhe. Schon der Blitz eines Fotogerätes kam bei ihnen nicht gut an. Und wenn ein Zuschauer dann noch mal ein «Bravo Giulio» verlauten liess, wurde er von anderen eiligst in die Schranken gewiesen.

Die Spieler dankten die Ruhe mit hochkonzentrierten und erstaunlichen Leistungen. Mit scharfen Blicken hatten sie meistens das Auge, in welche Richtung es gehen sollte. Der Pallino und die 900 bis 920 Gramm schwere Kugel wurden derart präzise anvisiert, dass oft zumindest ein leises Ah oder Oh zu hören war.

Aufgabe erfüllt

Der Bocciaclub Feldmühle-Primavera hat in seinem dreissigsten Vereinsjahr eine würdige Schweizer Meisterschaft organisiert. Dafür erhielt Präsident Antonio Nittolo von Claudio Knecht, technischer Leiter des schweizerischen Bocciaverbandes, höchstes Lob. «Der Bocciaclub Feldmühle-Primavera hat die technischen Erfordernisse hervorragend erfüllt», sagte Knecht.

Aber auch die administrative Seite löste der Bocciaclub aus Sicht der 99 Zweierteams mit Auszeichnung. Entsprechend gut war die Stimmung unter den Spielern sowie den erstaunlich zahlreich erschienenen Zuschauern.

Die Schweizer Meisterschaftsfinals in Rorschacherberg haben bewiesen, dass der Bocciasport anspruchsvoll ist. Je mehr Erfolge angepeilt werden, desto mehr, meistens täglich, seien Trainings erforderlich, sagte Knecht. Aber bei aller Rivalität unter den Finalteams herrschte absolute Fairness. Entscheide der Schiedsrichter wurden nie, auch wenn es um Zentimeter ging, angefochten. Die Rorschacherberger Gemeinderätin Monika Lehmann beendete die stimmungsvolle Siegerehrung mit dem Kompliment, dass der Bocciaclub Feldmühle-Primavera ein sehr aktiver Verein sei und es verstehe, auch grosse Anlässe durchzuführen.



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