Stadt geht auf Lärm-Petition ein

LÄRM ⋅ Der Rorschacher Musiker Niklaus Looser fordert mit einer Petition mehr Ruhe und Polizeipräsenz. Nach Gesprächen am runden Tisch mit den Anwohnern will der Stadtrat im Sommer für mehr Ruhe sorgen.
18. Dezember 2017, 05:18
Jolanda Riedener

Jolanda Riedener

jolanda.riedener@tagblatt.ch

Mehrmals hatte sich Niklaus Looser vergeblich an die Stadt Rorschach gewendet, wenn er an warmen Sommerabenden wegen des Lärms auf den Gassen keinen ruhigen Schlaf fand. Jetzt scheint die Angelegenheit dank Loosers Petition doch noch ein glückliches Ende für alle Beteiligten zu nehmen.

Rund um die Uhr sei es um den Rorschacher Marktplatz im Sommer laut – einen Abend auf dem Balkon zu verbringen, das sei kaum möglich. Die Stadt habe gegen die Lärmstörungen nichts unternommen und die Musikveranstaltungen weiterhin bewilligt. Deshalb lancierte Looser im September eine Petition. Zwanzig Anwohner unterschrieben und forderten die Stadt auf, die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten durchzusetzen. Die Anwohner haben Veranstaltungen nicht grundsätzlich verbieten wollen, sondern forderten eine Lösung, die allen gerecht werde, heisst es in der Petition.

Dass gerade Konzertveranstalter Niklaus Looser sich mit einer Petition gegen den Lärm wehren wollte, kam bei der Stadt nicht gut an. Stadtschreiber Roger Böni hielt nach Erhalt der Petition im September fest: Niklaus Looser hat zehn Jahre lang die Musikanlässe im Pavillon am See organisiert und sich jeweils über die Lärmklagen der dortigen Anwohner gewundert. Der Stadtrat hat ihm gemäss Böni während dieser ganzen Zeit stets den Rücken frei gehalten und sich den Anliegen der Anwohner angenommen. «Der gleiche Niklaus Looser – jetzt offenbar selbst vom Lärm betroffen – will nun selbst Lärmgeschädigter sein», sagte Böni dazu.

Aussprache war erfolgreich

Der Stadtrat hat sich in der Zwischenzeit mit den Petitionären an einen Tisch gesetzt. Beide Seiten zeigen sich vom Ergebnis erfreut: «Es hat eine Aussprache stattgefunden und man ist auf unser Anliegen eingegangen», sagt Niklaus Looser.

Wie der Stadtrat mitteilt, habe man sich an der Aussprache auf folgende Punkte geeinigt: Die Soundchecks für die Konzerte der Reihe «Rorschach – da isch Musig» finden nicht vor 18 Uhr statt. Weiter müssen die Veranstalter nach den Konzertabenden dafür sorgen, dass der Lärmpegel tief gehalten wird. Insbesondere das Aufräumen der Tisch- und Bankgarnituren müsse geräuscharm erfolgen. Schliesslich werden auch Polizei und Verkehrsüberwachung angehalten, Verkehrskontrollen beim Marktplatz zu intensivieren. An der Konzertreihe halte die Stadt weiter fest. «Nur mit gegenseitiger Wertschätzung und Rücksichtnahme kann es gelingen, dass das Stadtleben und die Veranstaltungen in der Stadt nicht aussterben», teilt der Rat am Freitag mit.

Wie die Stadt tatsächlich gegen den Lärm vorgehen wird, werde sich dann im Sommer zeigen, sagt Looser.


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