Partner für Agentur gesucht

RORSCHACHERBERG ⋅ Die Post und der Gemeinderat führen Gespräche über die Zukunft der Poststelle. Ob sie erhalten bleibt, oder eine Postagentur entsteht, ist offen.
14. Dezember 2017, 06:58
Arcangelo Balsamo

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arcangelo.balsamo

@tagblatt.ch

Die Gespräche zwischen der Post und der Gemeinde Rorschacherberg sind lanciert. Besprochen wird, ob die Poststelle in der bisherigen Form erhalten bleibt oder ein neues Angebot entsteht. Beschlossen ist noch nichts. «Wann eine Entscheidung fällt, kann man noch nicht sagen. Wir befinden uns noch in einer sehr frühen Phase des Entscheidungsprozesses», sagt Markus Werner, von der Kommunikationsstelle des Postnetzes Ost. Bereits ausschliessen könne man, dass das Postangebot aus der Gemeinde verschwinde, sagt Werner.

In einer Medienmitteilung schreibt die Post, dass im nächsten Schritt weitergehende Abklärungen vorgenommen und das regionale Postangebot im Detail analysiert werde. «Konkret heisst das, dass die Kundenströme der Poststellen in der Region angeschaut werden. Zudem wird abgeklärt, welche Möglichkeiten bestehen, falls das Postangebot neu organisiert wird», sagt Werner. Deshalb suche man nun mögliche Partner, die sich für eine Postagentur eignen würden. «Attraktive Öffnungszeiten und der Standort sind dabei entscheidend», sagt Werner.

Standort könnte kaum besser sein

Gemeindepräsident Beat Hirs ist grundsätzlich zufrieden mit dem Verlauf der Gespräche. «Die Post und der Gemeinderat sind sich einig, dass unsere Gemeinde mit mehr als 7000 Einwohnern ein Postangebot braucht», sagt er. Den Gemeinderat freue es, dass auch die Post an einer guten Lösung interessiert sei und partnerschaftlich vorgehe, ohne voreilig zu handeln.

«Die Post hat eine schwierige Aufgabe. Wenn sie eine Postagentur eröffnen möchte, dann muss sie einen geeigneten Partner finden», sagt Hirs. Schwierig sei dies, weil es seiner Ansicht nach in Rorschacherberg keine Läden gebe, die dafür prädestiniert seien. «Der jetzige Standort könnte verkehrstechnisch kaum besser sein und er wird bei einem allfälligen Autobahnzubringer zusätzlich aufgewertet», sagt der Gemeindepräsident. Dass die Post Alternativen überprüfe, um Geld zu sparen, könne er verstehen. Eine Postagentur biete zwar keine Finanzdienstleistungen an, habe aber auch Vorteile: «Die Öffnungszeiten sind attraktiver», so Hirs.

Mit in die Entscheidung der Post, werde auch die Petition der SP fliessen, sagt Werner. 1165 Personen haben für den Erhalt der Poststelle unterschrieben. Die Petition wurde Ende Oktober der Gemeinde überreicht (Ausgabe 31. Oktober). Die Initiantin Anna Viola Bleichenbacher ist erfreut, dass eine Streichung des Postangebots keine Option ist. «Falls es zu einer Postagentur kommt, ist mir einfach wichtig, dass der Partner sein Angebot nicht reduzieren muss», sagt sie. Auch sie spricht von einer schwierigen Aufgabe für die Post.


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