Big Brother wacht bald über ganz Rorschach

VIDEOÜBERWACHUNG ⋅ Die Stadt Rorschach plant eine neue Videoüberwachungsanlage für 30'000 Franken im Bereich Hauptbahnhof/Stadtlift. In der Hafenstadt werden andere Orte überwacht, auch wo man es nicht erwarten würde.
14. Dezember 2017, 09:19
Jolanda Riedener

Jolanda Riedener

jolanda.riedener@tagblatt.ch

Der Rorschacher Stadtrat will den Hauptbahnhof mit Stadtlift, Bushaltestelle und Bahnhofunterführung videoüberwachen lassen. Dies, weil es dort immer wieder zu Diebstahl, Bedrohungen und Sachbeschädigungen komme und die Aufklärung der Ereignisse ohne Videomaterial kaum möglich sei, wie die Stadt mitteilt. Allein mit der Montage der Kameras würden die Bahnhofunterführung, der Lift und die Bushaltestelle nicht sicherer, jedoch die Hürde für Übergriffe und Sachbeschädigungen erhöht. 30'000 Franken kostet die Überwachungsanlage.

Auch in Rorschachs Innenstadt sind bei genauerem Hinsehen, zahlreiche Überwachungskameras zu entdecken. Die Stadt lässt gemäss Ratschreiber Roger Böni Tiefgaragen und öffentliche Parkplätze mit Schranken – zum Beispiel jene am Curtiplatz oder am See – überwachen. Bei technischen Störungen müsse man die Situation vor Ort sehen können, lautet die Begründung.
 

Im Restaurant, auf dem Perron oder beim Parkieren

Auch der Hafen beim Seerestaurant wird mit Kameras überwacht: «Beim Umbau vor rund acht Jahren wurden die Kameras installiert», sagt Hafenmeister Roman Frommenwiler. Die Videokameras hätten sich bewährt, obwohl die Hafenanlage für Bootsbesitzer nur mit Code betretbar ist. «Wir haben seit der Installation der Kameras keine Probleme mehr», sagt Frommenwiler über die abschreckende Wirkung der Kameras. Früher sei immer wieder in Boote eingebrochen worden.

Nicht nur die Hafenanlage auch das Seerestaurant ist mit mehreren Überwachungskameras ausgestattet: Wer bei der Gelateria ein Glace kauft oder auf der Terrasse zu Mittag isst, wird dabei gefilmt. Und wer danach am Hauptbahnhof in den Zug steigt, wird erneut überwacht. Dieses Mal von den SBB. Wo sich überall Kameras an Rorschachs Bahnhöfen befinden, verraten die SBB nicht, wie der zuständige Mediensprecher auf Anfrage sagt. Videoüberwachte Bereiche seien aber wie vorgeschrieben gekennzeichnet. «Videoüberwachung hat insbesondere eine präventive Wirkung und erhöht das Sicherheitsempfinden der meisten Reisenden», teilt Mediensprecher Oli Dischoe mit. Videoüberwachung im Bahnverkehr sei aber auch fürs Personal dienlich: Beispielsweise, wenn das Zugpersonal aufgrund einer exponierten Lage die Züge nicht vollständig überwachen kann.
 

Brandstiftung war Auslöser für Überwachungskameras

Und auch gegenüber des Hauptbahnhofs, vor dem Würth-Gebäude sind mehrere Überwachungskameras sichtbar. «Zum Schutz der Kunstwerke haben wir Videokameras im Einsatz», sagt Sandra Müller, Mediensprecherin des Würth-Hauses in Rorschach. Besucher werden am Eingang auf die Videoüberwachung aufmerksam gemacht.

In Rorschachs Innenstadt sind – erwartungsgemäss – Kameras bei Bancomaten angebracht, ebenso in der Nähe von Schmuckgeschäften, zum Beispiel der Bijouterie Federer. Aber auch dort, wo Kunden wohl nicht unbedingt erwarten, von einer Videokamera gefilmt zu werden, beispielsweise vor der Chäslaube Kündig.

Geschäftsinhaber Mathias Kündig hat die Kameras angebracht, nachdem mehrfach bei ihm eingebrochen worden war. Insbesondere eine Brandstiftung in der Immobilie an der Neugasse, sei der Auslöser dazu gewesen. «Das Filmmaterial wird nie gesichtet oder ausgewertet. Ausser, wenn sich tatsächlich einmal ein Vorfall ereignen würde», betont Kündig.


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