Tagblatt Online, 22. Februar 2012 01:04:00
Kanti-Ausbau: Länger und teurer
Baustelle Kanti: Heerbrugg wird sie acht Monate länger haben als erwartet. (Bild: René Schneider)
HEERBRUGG. Die Sanierung und Erweiterung der Kanti Heerbrugg wird acht Monate länger dauern als geplant – und 280 000 Franken teurer ausfallen. Dies antwortet die Regierung auf eine Interpellation des Altstätter CVP-Kantonsrats Michael Schöbi.
MAX TINNER
Warum geht es mit den Bauarbeiten an der Kantonsschule Heerbrugg nicht vorwärts, hat CVP-Kantonsrat Michael Schöbi im November von der Regierung wissen wollen. Wer in der Kanti ein und aus gehe, stelle fest, dass kaum Handwerker anzutreffen seien. Schöbi fragte sich darum, ob man denn mit dem Bauplan noch in der Zeit liege und ob man bereits mit einer Kostenüberschreitung rechnen müsse.
Man liege tatsächlich hinter dem Zeitplan zurück, antwortet die Regierung nun. Grund sind unerwartete Bodenverdichtungen während der Pfählungsarbeiten («Rheintaler» und «Rheintalische Volkszeitung» berichteten darüber bereits am 14. Januar). Wegen dieser Schwierigkeiten habe man das Pfählungssystem wechseln müssen. Ausserdem hätten sich die Schnittstellen zwischen den Tragwerken des Alt- und des Neubaus als wesentlich komplexer herausgestellt als angenommen.
Neubau im März 2013 fertig
Die Bauarbeiten verzögerten sich nun um acht Monate. Gemäss dem ursprünglichen Bauplan hätte der Neubau auf den Schuljahrbeginn diesen Sommer bezogen werden sollen. Dies werde nun erst Mitte März 2013 so weit sein. Verzögern wird sich nicht nur die Fertigstellung des Neubaus, sondern als Konsequenz aus den aufgetretenen Problemen auch die Sanierung des Altbaus. Statt im August 2013 wird der sanierte Altbau erst im Januar 2014 für den Schulbetrieb wieder zur Verfügung stehen. Bis auch die Umgebungsarbeiten abgeschlossen sind, wird es Frühling 2014 werden.
Teurer, aber im Kreditrahmen
Die Regierung rechnet mit Mehrkosten von 280 000 Franken. 220 000 Franken, weil man länger auf die Provisorien angewiesen ist, 60 000 Franken, weil sich die Bauarbeiten über einen weiteren Winter erstrecken. Wie sich die Teuerung bis Bauabschluss auf die Gesamtkosten auswirken wird, lasse sich noch nicht sagen, heisst es in der Antwort der Regierung weiter. Seit der Kreditgenehmigung mache die Teuerung 1,18 Mio. Franken aus. Man gehe aber davon aus, dass der bewilligte Kreditrahmen insgesamt eingehalten werden könne.
Tiefe Zinsen helfen nicht
Es sei aber aus rechtlichen Gründen nicht möglich, allfällige Mehrkosten durch günstigere Kapitalkosten zu kompensieren, wie Michael Schöbi dies in seiner Interpellation vorgeschlagen hat. Die Kapital- und Finanzierungskosten würden nicht direkt dem Bauprojekt belastet, sondern zentral im Staatshaushalt erfasst. Die Regierung weist ausserdem darauf hin, dass sich die Kapitalkosten ja nicht steuern liesse, was im Fall von höheren Kapitalkosten ein Bauvorhaben verteuern würde und entsprechende Abstriche zu machen wären.
640 Schüler betroffen
Von der Bauverzögerung ist der ganze Schulbetrieb betroffen. In Heerbrugg gehen zurzeit rund 640 Schülerinnen und Schüler zur Schule. Den Betrieb stellen 100 Lehrpersonen und weitere Angestellte sicher.
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