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Tagblatt Online, 22. Februar 2012 01:04:00

Auf Skiern vom St. Anton ins Tal

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Geniessen die Aussicht vom St. Anton ins Rheintal und freuen sich auf die Abfahrt ins Tal: (v. l.) Erich Bürki und Baptist Sonderegger. (Bild: Bea Sutter)

AU. Die beiden Auer Senioren Baptist Sonderegger und Erich Bürki sind leidenschaftliche Skifahrer. Wenn genügend Schnee liegt, wie dieser Tage, dann zieht es die beiden auf den St. Anton, um eine schöne Abfahrt nach Berneck zu geniessen.

BEA SUTTER

Wozu denn in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah – dieses Sprichwort nehmen sich die beiden Auer Senioren Baptist Sonderegger und Erich Bürki zu Herzen. Zum Skifahren muss man nicht unbedingt in grössere Skigebiete reisen, wenn es in der Region genügend Schnee hat, wie es derzeit der Fall ist.

Früher: Zu Fuss auf den «Töni»

Baptist Sonderegger und Erich Bürki sind in Au aufgewachsen, waren Nachbarn und gingen gemeinsam in die Jungwacht. Seit ihrer Jugendzeit teilen die beiden die Freude am Skifahren. Und das war damals ganz anders als heute. Wer früher Skifahren wollte, der musste einiges in Zeit und Fitness investieren, bis er endlich den Berg hinunterfahren konnte.

«Wir hatten damals keine Möglichkeiten, mit den Eltern in grössere Skigebiete zu reisen und auf planierten Pisten dem Skisport zu frönen», sagt Erich Bürki. Und trotzdem war in den 50er-Jahren das Skifahren bei der Jugend sehr beliebt. «Für uns war damals das Skifahren das Grösste», sinniert er weiter. «Es hatte ja hierzulande früher auch mehr Schnee als heute.» Baptist Sonderegger erinnert sich: «Wir fuhren jeweils mit dem Postauto nach Oberegg hinauf und marschierten, die Skier auf den Schultern, auf den <Töni>.» Oben angelangt, wurden die Skier angeschnallt, und los ging's durch den Tiefschnee den Berg hinunter. «Da gab es keine Pisten und keinen Lift», sagt er.

Als der Skilift Oberegg im Jahr 1966 in Betrieb genommen wurde, war die Freude bei den leidenschaftlichen Skifahrern gross. In Berneck nahm man das Postauto bis zur Oberegger Post, fuhr mit den Skiern zur Talstation und konnte sich bequem auf den St. Anton hieven lassen.

Waren die Abfahrten vom St. Anton ins Tal hinunter früher unter den Jugendlichen noch sehr verbreitet, halbe Klassen verbrachten die schneereichen Mittwochnachmittage mit diesem Sport, so fährt heute kaum mehr jemand vom St. Anton ins Tal hinunter. «Auch wenn es genügend Schnee hat, sind wir, bis auf Ausnahmen, stets die beiden einzigen auf der ganzen Abfahrtsstrecke», sagt Erich Bürki.

Mindestens einmal pro Winter

Heute, bereits pensioniert, führen Erich Bürki und Baptist Sonderegger die Tradition fort, mindestens einmal im Winter die Talabfahrt zu machen. «Das ist einfach noch ein bisschen Nostalgie», sagt Baptist Sonderegger.

Oben auf der Bergstation des Skiliftes zeigt Erich Bürki mit dem Skistock auf das sich präsentierende Panorama, mit den Österreicher Bergen und dem Säntismassiv. «Das ist doch einfach schön», schwärmt er.

«Wir geniessen jeweils ein bisschen die Aussicht, und dann geht's los.» Der viele Schnee freut die beiden Hobby-Skifahrer. Sie hoffen, in dieser Saison mehr als einmal die Abfahrt machen zu können.

Einkehren obligatorisch

«Für die Abfahrt sollte man schon gut Tiefschneefahren können», räumt Baptist Sonderegger ein. Die Route führt vom St. Anton über die Gebiete Kuser, Herren und Fegg. Dann kommt man in den Steingacht. Für Bürki und Sonderegger ist das Einkehren im «Grünen Baum» oder in der «Rose» obligatorisch. Je nach «Gluscht» geniessen die beiden «Schwinigi Stückli» oder Nussgipfel. Nach dieser Pause geht es weiter talabwärts über die Mittlehn zum Nördli. «Das Nördli ist das anspruchsvollste und steilste Stück», sagt Erich Bürki. Die Abfahrt endet beim Schützenhaus ob Berneck. Erich Bürki erzählt: «Das war nicht immer so. Vor einigen Jahren noch konnten wir über das Naturreservat Held hinunterfahren. Aber leider hat ein Grundstückbesitzer einen doppelten Zaun angebracht, sodass man nicht mehr über diese Wiese fahren kann.» Die beiden bedauern dies und hoffen, dass die Durchfahrt bald wieder möglich ist. «Im Prinzip ist das ein altes Wegrecht.»





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