Tagblatt Online, 23. Februar 2012 01:06:00
16 Lose sind zur Gant bereit
Die Lose für die Gant vom Samstag, 25. Februar, sind hergerichtet: (v.l.) Karl Köppel (Präsident der Ortsgemeinde Widnau), Urs Spirig (Ratsschreiber), Kurt Köppel (Leiter Rheinunternehmen) und Armin Sieber (Ortsverwaltungsrat) freuen sich auf viele Gantbesucher. (Bild: Bea Sutter)
WIDNAU/DIEPOLDSAU. Am Samstag, 25. Februar, führt die Ortsgemeinde Widnau eine Brennholzgant durch. 40 Kubikmeter Brennholz werden ab 9 Uhr zum Kauf angeboten. Die Gant findet beim Hof von Markus Sieber im Nollen in Diepoldsau statt.
BEA SUTTER
Das Gebiet Nollen befindet sich zwar auf der Diepoldsauer Seite des Rheins., die Ortsgemeinde Widnau besitzt da jedoch 19 Hektaren Boden. Dem Rheindamm entlang befindet sich auch der Nollenwald. Dieser Forst hat eine Fläche von drei Hektaren. Je zur Hälfte gehört dieses Waldgebiet der Ortsgemeinde Widnau und dem Rheinunternehmen, und es wird auch von beiden Korporationen gemeinsam bewirtschaftet.
Alte Pappeln ausgeforstet
Karl Köppel, Präsident der Ortsgemeinde Widnau, erläutert: «Wir haben vor ungefähr einem Jahr das Gespräch mit dem Rheinunternehmen gesucht, um gemeinsam einen Holzschlag durchzuführen.» Bei der Begehung stellten die beiden Korporationen fest, dass sich in diesem Wald sehr viele alte Pappeln befinden. Kurt Köppel, Leiter des Rheinunternehmens, erklärt: «Diese Pappeln waren erntereif. Also führten wir zusammen mit der Ortsgemeinde Widnau den Holzschlag durch. Die Ernte von schönem reifem Pappelholz betrug 200 Kubikmeter seitens der Ortsgemeinde und 60 Kubikmeter vom Rheinunternehmen.
Ökologisch wieder aufwerten
Die Pappeln mussten aus ökologischen Gründen gefällt werden. «Zu viele alte und grosse Pappeln auf kleinem Raum lassen kein Sonnenlicht mehr bis zum Boden durch. Die Folge dieses Lichtmangels ist eine ökologische Verarmung des Waldes», erklärt Kurt Köppel. Brombeerstauden haben die Oberhand genommen. «Mit einem gezielten Holzschlag können wir dem Rückgang der Pflanzenvielfalt entgegenwirken. Das ist das Ziel der Aktion.» Eine ökologische Aufwertung erfährt der Nollenwald im Frühling. Sobald es die Temperaturen erlauben, werden Jungbäume gepflanzt. «Wir denken da an Eichen, weil diese Bäume an den Rhein gehören», sagt Kurt Köppel. Ins Aufwertungskonzept gehören auch die Gestaltung und die Pflege des Waldrandes.
Ortsgemeindepräsident Karl Köppel freut sich über die gute Zusammenarbeit mit dem Rheinunternehmen. Beiden Korporationen liegt viel daran, den Tieren und Pflanzen durch die Aufwertung des Nollenwaldes einen Lebensraum bieten zu können, der ihren natürlichen Bedürfnissen gerecht wird.
Gutes Pappelholz für Italien
«Die Pappeln im Nollenwald haben zudem das richtige Alter für schönes, gutes Holz», sagt Kurt Köppel. Würde man die alten Pappeln stehen lassen, so bestünde die Gefahr, dass sie von innen heraus «verfaulen». Und dies wäre sehr schade um das wertvolle Holz. Denn Pappelholz werde nicht nur für Brennholz gebraucht. Kurt Köppel erläutert, dass das Rheinunternehmen seit Jahren Abnehmer in Italien habe. Dort wird das Rheintaler Pappelholz zur Produktion von Gemüsekistchen verwendet. Dieses Holz wurde abseits der Lose abholbereit aufgestapelt.
Gemischte Lose für die Gant
Nebst den Pappeln wurden auch noch andere Bäume wie Fichten und Ulmen herausgeschlagen. Rund 300 Kubikmeter Holz haben Helfer der beiden Korporationen in 16 gemischte Lose aufgeteilt. Ein Los besteht aus zwei bis vier Kubikmetern Brennholz. Kronenmaterial und Äste wurden zu Schnitzelholz gehäckselt. Auch das kann man kaufen. «Wir versuchen, den ganzen Baum zu verwerten», sagt Ortsverwaltungsrat Armin Sieber.
Am Samstag, 25. Februar, können diese Lose ersteigert werden. Die Gant beginnt um 9 Uhr beim Hof von Markus Sieber im Nollen. Die Zufahrt erfolgt über die Schrägseilbrücke nach Diepoldsau, dann in die Güterstrasse einbiegen und dem Damm entlangfahren. Die Ortsgemeinde Widnau wird auch etwas fürs leibliche Wohl und zum Aufwärmen bereit haben, so dass die Gant auch einen geselligen Aspekt erfüllt.
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