Tagblatt Online, 22. Februar 2012 01:04:00
Neue Strophe im alten Lied
Die Rheintaler brachten den Puck einfach nicht im Tor unter. (Bild: David Kündig)
EISHOCKEY. 1. Spiel Playoff-Viertelfinal: EHC Dürnten Vikings – SC Rheintal 4:0 (3:0, 0:0, 1:0). Der SCR nutzt seine anfänglichen Chancen nicht. Dürnten verwaltet seinen Vorsprung gekonnt.
SOLENTHALER/WÄLTER
Das Sprichwort, dass in Playoff-Spielen andere Gesetze gelten als in der Meisterschaft, hatte für den SC Rheintal gestern Abend keine Gültigkeit. Erst nutzten sie ihre Chancen nicht und dann wurden sie nach dem Rückstand unsicher und konnten nicht reagieren: Es war eine neue Strophe im alten Lied.
Der SC Rheintal startete wie gewohnt druckvoll und kam auch zu Chancen: Erstmals in der 5. Minute als Broder sich mit einer schönen Einzelleistung vors Tor spielte, allerdings den freistehenden Holdener übersah und den Puck nicht am Torhüter vorbeibrachte. Besser machten es die Dürntner, die nach einer SCR-Chance konterten und sogar in Unterzahl durch Andy Rüegg in Führung gingen. Bei einem Bandencheck, der Popp eine blutende Wunde einbrachte, konnte der SCR sogar 30 Sekunden in doppelter Überzahl antreten, brachte es aber nicht fertig, davon zu profitieren.
SCR nutzt Powerplay nicht
Auch danach in mehr als vier Minuten Powerplay brachten die Rheintaler den Puck nicht im gegnerischen Tor unter. Einerseits hielt Dürntens Torhüter Illien stark, andererseits verfehlten die Rheintaler Stürmer das Tor. Gute Chancen hatten Strebel und Holenstein. Letzterer war bei den meisten Aktionen beteiligt. Kaum war das SCR-Powerplay beendet, konnte der Gastgeber von einer Auszeit Holdeners profitieren: Sie zeigten wie man effizient Überzahl spielt und erhöhten in der 13. durch Fankhauser das Skore auf 2:0. Diesen weiteren Rückschlag machte den Rheintalern sichtlich zu schaffen und sie liessen etwas nach. Im zweiten Powerplay brachte Tschudy seine Farben dann sogar 3:0 in Führung.
Im zweiten Abschnitt zeigten die Dürnten Vikings dann, wieso sie zurecht um den Aufstieg in die 1. Liga spielen. Mit dem komfortablen Vorsprung beschränkten sie sich darauf das Spiel zu kontrollieren, taten dies aber souverän. Sie varierten das Tempo und zeigten, dass sie technisch stark sind. Die Rheintaler hatten gerade mal zwei Chancen sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen. In der 28. konnte Rauter alleine auf's Tor ziehen. Torhüter Illien, der eine sehr starke Partie zeigte, klärte aber. Zwei Minuten später scheiterte dann auch Knöpfel am Schlussmann der Wikinger. Der einzige Vorwurf den man den Zürcher Oberländer im zweiten Drittel machen könnte: In sieben Minuten Überzahl spielten sie zu wenig druckvoll, um den Sack zuzumachen. Allerdings hielt Ade auch hervorragend und killte einige gute Abschlüsse.
SCR gelingt einfach kein Tor
Im letzten Abschnitt versuchte der SC Rheintal nochmals zurück ins Spiel zu kommen und konnte dreimal von Überzahl-Situationen profitieren, skorte aber nicht. Schuster zeigte zwar einige schöne Schüsse und auch Broder, Knöpfel und Holenstein suchten den Torerfolg. Wer ihn aber fand war Holbe, der in der 53. Minute zum 4:0 Endstand einnetzte.
Ein ernüchterndes Resultat das schon nach dem ersten Spiel klar macht: Geht der SC Rheintal nicht in Führung wird es gegen diese Mannschaft mit der Paradelinie Tschudi, Andy Rüegg und De Martin am Donnerstag zu Hause schwierig einen Sieg heraus zu spielen. Zumal es nach dem ersten Playoff-Spiel für kein Team der Gruppe 2 gut aussieht – drei Mannschaften verloren ihre Matches, nur Gruppensieger Weinfelden konnte einen 0:2 Rückstand zu einem knappen Sieg drehen.
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