Der tiefe Fall der Ayurveda-Klinik

WALZENHAUSEN ⋅ In der Überbauung «Kreuz» wurde im Frühsommer 1992 die erste Ayurveda-Klinik ausserhalb Indiens eröffnet. Die dem altindischen Heilwissen verpflichtete Institution machte landesweit Schlagzeilen.
19. Juni 2017, 08:48
Peter Eggenberger

Peter Eggenberger

 

1985 wurden im Walzenhauser Ortszentrum die beiden benachbarten Häuser «Kreuz» (Metzgerei mit grossem Restaurant) und «alte Kantonalbank» abgebrochen. Nach einer längeren Phase des Stillstands entstand gleichenorts im Auftrag der Ausserrhoder Kantonalbank die Überbauung «Kreuz», in deren östlicher Hälfte vor 25 Jahren die Ayurveda-Klinik Einzug hielt.

Regelmässig berichteten die Medien über den steilen Aufstieg der neuzeitlichen Einrichtung. So auch bald nach der Betriebsaufnahme: «Das Angebot der Ayurveda-Klinik in Walzenhausen erfreut sich einer starken Nachfrage. Im ersten halben Jahr seit der Eröffnung nahmen 500 Patienten die Dienste der Klinik in Anspruch. Die Zahl der Beschäftigten konnte auf 20 erhöht werden.»

87 Betreibungen schon nach kurzer Zeit

Dem Höhenflug folgte schon bald ein tiefer Fall: Bereits 1993 sah sich die Klinik mit einer Reihe offener Forderungen seitens von Lieferanten konfrontiert. «Düstere Wolken über der Schwei­- zer Ayurveda-Klinik», kommentierte die Presse im Frühling 1994 die unerfreulichen Ereignisse rund um den Walzenhauser Gesundheitsbetrieb. Bei gesamthaft 87 Betreibungen blieben der Klinik schliesslich nur noch der Konkurs und die Schliessung. 1996 wurde der kaufmännische Klinik-Leiter vom Ausserrhoder Obergericht wegen fahrlässigen Konkurses verurteilt. Heute dient der wuchtige, über eine Tiefgarage verfügende Gebäudekomplex «Kreuz» unter anderem der Praxis von Dr. med. Luzius Knöpfli. Der östliche Hausteil befindet sich im Eigentum der «Rheinburg»-Klinik, die hier ambulante Therapien und Weiterbildungskurse durchführt.


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