In Balgach verschwinden Katzen

Marion Sommerhalder an der J. Schmidheinystrasse hegt einen fürchterlichen Verdacht: «Wir hatten vier frei laufende Katzen, aber nach und nach ist immer wieder eine spurlos verschwunden.» Erging es anderen Familien vielleicht ähnlich?
17. April 2012, 07:06
RENé SCHNEIDER

BALGACH. Die Familie Sommerhalder zog vor anderthalb Jahren mit vier Katzen von Walzenhausen nach Balgach, in eine Parterre-Wohnung an die Hauptstrasse 15b. Die vier Katzen waren ausgesprochene Freigänger. Sie gewöhnten sich schnell an die neue Umgebung, sagt Marion Sommerhalder, machten täglich Streifzüge und kehrten meist mehrmals täglich heim. Zuerst verschwand nach etwa zwei Monaten ihr hübscher, schwarz-weisser Lieblingskater Boris. Sommerhalders hängten Flyer im Dorf auf, fragten bei Tierärzten nach, bei der Polizei, bei der Gemeinde.

Boris zuerst

Boris blieb verschwunden. Zwei Monate später kam der weisse, scheue Tom plötzlich nicht mehr heim, kurz darauf verschwand auch der etwas frechere, schwarz-weisse Beni, Boris' Bruder. Dann zogen Sommerhalders im Dorf um, von der Hauptstrasse an die J. Schmidheinystrasse. Kurz darauf tauchte der rote Diego unter – aber er stand fünf Tage später wieder vor der Balkontür, mit einem ausgerenkten Hüftgelenk und verletztem Sprunggelenk. Der Tierarzt mochte sich nicht festlegen, ob der Kater verunfallt ist oder ihn jemand misshandelte. Diego ist seither eine Stubenkatze. Marion Sommerhalder lässt ihn nicht mehr ins Freie.

Mysteriös

Ihr kam zu Ohren, dass auch die Katze einer Nachbarin auf unerklärliche Weise verschwunden sei sowie eine weitere Geschichte über ein «mysteriöses» Katzenverschwinden im Dorf. Darum meldete sie sich bei der Redaktion. «Fängt und isst jemand Katzen? Sammelt eine Katzen-Liebhaberin vermeintlich verwilderte Katzen ein? Sind alle totgefahren und weggeräumt worden? Vielleicht gibt es ja noch weitere Fälle.»

Katzenpsychologie

Gemeinsam ist, zumindest im Fall der Katzen von Marion Sommerhalder und ihrer Nachbarin, dass die Familien vor dem Katzenverschwinden umgezogen waren; Sommerhalders gar zweimal innert zweier Jahre. «Für viele Katzen bedeutet ein Umzug ein massives emotionales Trauma», mahnt Tierpsychologin Ramona Meissner in Hamburg. Unter www.pfotenschatz.de schildert sie in einem Fachartikel, was bei einem Umzug mit Katzen zu beachten ist, damit das Tier sich am neuen Ort möglichst schnell wieder wohl fühlt.

Denn: «Freiwillig würde solch ein Revier bezogenes Tier wie die Katze ihr lieb gewonnenes Revier nicht einfach aufgeben. Das gilt auch für reine Wohnungskatzen, sofern sie eine enge Bindung zur Wohnung und zum Halter aufgebaut haben und dort glücklich sind. Umso wichtiger ist es, die Gefühle einer Katze zu respektieren und darauf bei einem Wohnungswechsel so gut wie irgend möglich einzugehen.»


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