Ein Abend für Gemüt und Seele

HEERBRUGG. Auch der zweite Abend der siebten Schlosskonzerte in Heerbrugg war ein voller Erfolg. Diana Petrova überraschte das Publikum als zusätzliche Solistin mit ihren ausdrucksstarken Auftritten.
20. August 2012, 01:37
RENé JANN

Bald nach Türöffnung gab sich im schattigen Heerbrugger Schlosspark eine illustre Schar ein buntes Stelldichein. Die Gemeinde Widnau und verschiedene Firmen hatten vor dem Konzert zum Apéro, ausgeschenkt vom «mehrlust.ch»-Team, eingeladen. Dabei konnten, wie Remo Sieber als Firmeninhaber von CDS Heerbrugg sagte, wertvolle Kontakte gepflegt werden.

Der Glückselefant

Dadurch – und dank dem vielbeachteten Konzert von Aaron Lordson, der schon mehrfach ausgezeichneten Solistin Barbara Cramm und der ausser Programm hinzugekommenen lyrischen Koloratursopranistin Diana Petrova – gereichte der zweite Konzertabend in der Schlossremise erneut zu einem stimmungsvollen Anlass fürs Gemüt und die Seele, wie sich Jörg Binkert zu Beginn äusserte. Aldo Zäch, Organisator und Initiant der Schlosskonzerte, hatte Binkert zum Geburtstag gratuliert und ihn für seine Verdienste um die Kulturpflege mit einem «Glückselefäntli» geehrt.

Martin Pozivil erklärte anhand verschiedenster neckischer Gedankengänge, wie sich Heerbrugg mit grossen Schritten zur mittelgrossen Kulturstadt entwickelt. So dürfe man sich auch dieses Jahr auf viele hochstehende Konzerte auf dem Schlossberg freuen.

Eines davon nahm nach einem feinfühligen Auftakt, in dem sich Diana Petrova bereits als stimmgewaltige Solistin in die Herzen des Publikums sang, seinen Lauf. Nach dem Triumphmarsch von Giuseppe Verdi, intoniert von The Blues Symphony, fesselte auch die Sopranistin Barbara Cramm das Publikum. Mit grossem Applaus empfing Letzteres dann Aaron Lordson. Der Soul- und Gospel-Sänger war auch im Duett mit Diana Petrova überzeugend, was sich in Bravo-Rufen äusserte. Der Abgang mit brausendem Applaus war verdient. Danach bestach auch Barbara Cramm mit einer Arie, die sie Geburtstagskind Jörg Binkert widmete.

In den höchsten Tönen

Wie breit das gesangliche Spektrum einer lyrischen Koloratursopranistin ist, demonstrierte dann Diana Petrova mit einem eindrücklichen Abstecher bis in die allerhöchsten Tonlagen. Immer wieder liess die 14-köpfige Band The Blues Symphony klassische Musik mit ihrer Soul- & Bluesmusik zu einem speziellen All-in-one-Musikstil verschmelzen und begeisterte damit das vielschichtige Publikum ebenso wie Aaron Lordson mit seiner rauchigen Stimme, die stark an die Jazzlegende Louis Armstrong erinnerte. Und einmal so richtig in Fahrt gekommen, trat Lordson bald in einen Wettstreit mit dem sichtlich mitgerissenen Bassisten und ersten Geiger. Lordson geizte auch nicht mit Einlagen aus seiner Strassenmusikantenzeit. Dabei dachte er ebenso an die legendären Beatles wie auch an Frank Sinatra oder Louis Armstrong, sein grosses Vorbild. Im Trio mit den Sängerinnen Cramm und Petrova setzte er als Gitarrist und Sänger noch einen drauf. Das Konzert fand in den Zugaben «My way» und «Say You Say Me» den Abschluss auf dem Höhepunkt.

Für die Konzerte vom 24., 25. und 26. August gibt es noch freie Plätze: www.schlosskonzerte-heerbrugg.ch

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