St.Galler Regierung: "Entscheid wirft Fragen auf"

TAGBLATT-MEDIEN ⋅ Die St.Galler Regierung zeigt Verständnis für die Absicht hinter dem Entscheid der NZZ-Mediengruppe und der AZ Medien, ihr regionales Mediengeschäft in einem Joint Venture zusammenzuführen. Sie bedauert die Entwicklung allerdings.
07. Dezember 2017, 15:43

Die St.Galler Regierung hat am Donnerstagnachmittag ein Communiqué veröffentlicht zum Entscheid der NZZ-Mediengruppe und der AZ Medien, ihr regionales Mediengeschäft in einem Joint Venture zusammenführen zu wollen. Sie betont darin die zentrale Bedeutung einer starken und gut funktionierenden Medienlandschaft für die Ostschweiz.

Die Tagblatt-Medien hätten im Kanton St.Gallen eine ausgesprochen starke Stellung inne, schreibt die Regierung. "Aus ökonomischer Sicht bringt die St.Galler Regierung dem Entscheid Verständnis entgegen. Allerdings ist sie durchaus auch besorgt über diese weitere Konzentration der Medienlandschaft und befürchtet, dass die regionalen Bedürfnisse durch die Zentralisierung nicht mehr genügend abgedeckt werden", heisst es im Communiqué.

 
"Zentrale Rolle"

Betroffen vom Joint Venture werde insbesondere der Mantelteil sein, schreibt die Regierung weiter. Auch hier hätten die Tagblatt-Medien eine zentrale Rolle als Sprachrohr der Ostschweiz in der übrigen Schweiz. Bei Themen und Entscheidungen auf Bundesebene sei nicht nur die korrekte Information gefragt, sondern auch die Diskussion der Auswirkungen aus Ostschweizer und St.Galler Perspektive.


Regierung verfolgt Entwicklung"

Für die St.Galler Regierung steht dieser Entscheid in einer Reihe einer Gesamtentwicklung, die bedauert wird, wie es weiter heisst. Es sei eine Entwicklung der Konzentration, und zwar weg von der Ostschweiz und St.Gallen. Die Gesamtentwicklung in der Medienlandschaft wird bereits seit längerem von der Regierung genau verfolgt, wie sie schreibt. An einer Klausur im Herbst dieses Jahres habe sie den digitalen Wandel und die Auswirkungen auf die regionale Medienlandschaft intensiv diskutiert. "Die Regierung wird prüfen, welche Massnahmen sie allenfalls im Bereich der kantonalen Medien- und Kommunikationspolitik treffen soll, um den regionalen Service Public im Medienbereich sicherzustellen." (pd/red.)


Leserkommentare

Anzeige: