Staatsanwaltschaft muss Bauern aus Niederhelfenschwil entschädigen

HANF ⋅ Anfang September 2016 beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft St.Gallen die Hanfplanzen eines Bauern in Niederhelfenschwil. Die Auswertung des THC-Gehalts ergab, dass es sich nicht um Drogen- sondern um Industriehanf handelte. Der Bauer erhält nun eine Entschädigung von 1000 Franken.
13. Dezember 2017, 09:35
Die Untersuchung des Hanfes habe einen THC-Gehalt von unter 1 Prozent ergeben. Das teilte die St.Galler Staatsanwaltschaft Anfang Januar dieses Jahres mit. Das Verfahren gegen einen beschuldigten Landwirt aus Niederhelfenschwil wird nun eingestellt. Der Bauer wird mit 1000 Franken entschädigt.

Der betroffene Landwirt produzierte auf seinem Hof in Niederhelfenschwil Industriehanf für die Thurgauer Pharmafirma Medropharm. Im vergangenen Januar, als bekannt wurde, dass es sich bei den beschlagnahmten Pflanzen nicht um Drogenhanf handelte, forderte Medropharm hohe Entschädigungszahlungen. Das Unternehmen teilte damals mit: "Der Ernteausfall entspricht 30 Kilogramm Hanfpulver mit einem Wert von 120'000 Franken."

Über die nun bezahlte Entschädigung sagt Roman Dobler, Mediensprecher der St.Galler Staatsanwaltschaft: "Medropharm war in diesem Verfahren nie Partei. Die Staatsanwaltschaft hat sich zusammen mit dem Bauern und dessen Anwalt auf eine Entschädigung von 1000 Franken geeinigt." Der Beschuldigte habe die Summe akzeptiert - Einstellungsverfügung und Entschädigung seien deshalb rechtskräftig. (red.)

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