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Tagblatt Online, 21. Februar 2012 01:07:00

Zaccari tritt gegen Müller an

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Aurelio Zaccari (Bild: pd)

WALDKIRCH. Franz Müller kandidiert für eine sechste Amtszeit als Waldkircher Gemeindepräsident. Konkurrenz bekommt er von FDP-Gemeinderat Aurelio Zaccari – und wohl auch von der SVP.

NINA RUDNICKI

Seit über 20 Jahren hat Franz Müller das Amt des Gemeindepräsidenten in Waldkirch inne. Doch damit soll es – zumindest wenn es nach der FDP und SVP geht – nach den Wahlen im kommenden Herbst vorbei sein. Beide Ortsparteien treten mit einem eigenen Kandidaten an. Das brisante daran: Im Fall der FDP ist dies der zurücktretende Waldkircher Gemeinderat Aurelio Zaccari. Zu diesem Schritt habe er sich nach Absprache mit seiner Partei entschlossen, sagt Zaccari. Ein Grund, der ihn dazu bewogen habe, gegen seinen «eigenen Chef» anzutreten, sei, dass er den Waldkirchern eine Auswahl bieten möchte. «Zudem bin ich davon überzeugt, dass ein Wechsel im Präsidium der Gemeinde zum jetzigen Zeitpunkt gut tut.» Der Rücktritt als Gemeinderat sei eine logische Konsequenz dieser Kandidatur. Denn es sei ausgeschlossen, danach jemals wieder unter Müllers Leitung zu arbeiten.

Per Inserat Kandidaten suchen

«Bis jetzt hat im Gemeinderat ein gutes kollegiales Verhältnis geherrscht», sagt Müller. Aber nun müsse man abwarten, was passieren werde. Denn auch, ob Müllers eigene Partei, die CVP, den 58-Jährigen unterstützen oder mit einem neuen Kandidaten antreten wird, ist derzeit ungewiss. Vreni Breitenmoser, Vizepräsidentin der CVP Waldkirch-Bernhardzell, war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Müller gibt sich dennoch zuversichtlich: «Es ist die Bürgerschaft, die wählt. Da kann ich unabhängig von den Parteien mit meinem Leistungsausweis punkten.» Ausserdem sei er noch immer hochmotiviert und von einer Amtsmüdigkeit könne nicht die Rede sein. Einer sechsten Amtsdauer stünde daher nichts im Wege. Doch gerade Müllers lange Amtszeit prangern die SVP und FDP an. Eine Blutauffrischung könne nicht schaden, hiess es bereits vor einem guten Jahr seitens der SVP, die damals bekanntgab, per Inserat nach einem neuen Kandidaten für das Amt des Gemeindepräsidenten suchen zu wollen. Dieser Plan steht auch heute noch. «Das Inserat ist geschrieben. An der Hauptversammlung im März werden wir entscheiden, wie wir weiter vorgehen», sagt Ruedi Eilinger, Präsident der SVP Waldkirch-Bernhardzell. Mit einer Wiederwahl Müllers wäre die SVP laut Eilinger «nicht so zufrieden», die Kommunikation sei bisher «nicht so gut» gewesen und vieles in «Eigenregie» gemacht worden.

Insgesamt drei Rücktritte

Aurelio Zaccari ist nicht der einzige Gemeinderat, der im Herbst nicht erneut zur Wahl antreten wird. Ebenfalls seinen Rücktritt bekanntgegeben hat Roman Wenzinger von der FDP – nach nur vier Jahren im Amt ein eher ungewöhnlicher Entscheid. Dennoch: Ausschlaggebend sei nicht etwa eine schlechte Stimmung im Gemeinderat, sondern eine Weiterbildung, die er bald beginnen werde, sagt er. Auch Pius Eberhard von der CVP wird im Herbst sein Amt abgeben. Nach zwölf Jahren als Gemeinderat sei es an der Zeit, aufzuhören, sagt er. Bis zum jetzigen Zeitpunkt habe er das Amt immer gerne und mit Freude ausgeübt. Er wolle nicht eines Tages amtsmüde und frustriert abgewählt werden.

Für die beiden frei werdenden Ämter will die SVP mit zwei Kandidaten antreten. Für einen habe man sich zusammen mit der bäuerlichen Vereinigung bereits entschieden, sagt Eilinger. Man werde in den nächsten Tagen bekanntgeben, um wen es sich handle. Wer der zweite Kandidat sei, sei derzeit noch offen.

Der dritte freiwerdende Sitz wird nicht neu besetzt, da sich die Zahl der Gemeinderäte ab 2013 von sieben auf sechs verringert – dies im Zusammenhang mit der Bildung der Einheitsgemeinde.





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