Tagblatt Online, 15. Februar 2012 01:11:00
Strassen sanieren mit Vollgas
Der Gossauer Ochsenkreisel befindet sich im Zentrum der umfangreichen Strassensanierung, die demnächst beginnt. (Bild: Archivbild: Urs Bucher)
Anfang März beginnt die Erneuerung der St. Galler- und Herisauerstrasse im Gossauer Zentrum. Anstatt 20 Wochen wird sie voraussichtlich nur 14 Wochen dauern. Grund: Die beauftragte Baufirma setzt weit mehr Ressourcen ein als verlangt.
ADRIAN VÖGELE
GOSSAU. Die Ladenbesitzer im Gossauer Stadtzentrum sehen dem 5. März mit gemischten Gefühlen entgegen. Denn dann fahren die Baumaschinen auf – zur Erneuerung der St. Gallerstrasse und der Herisauerstrasse. «Der Termin ist fix», sagt Gesamtprojektleiter Markus Brühwiler vom Ingenieurbüro Wagner & Brühwiler AG. «Das einzige, was uns jetzt noch bremsen könnte, wären eisige Temperaturen wie in den vergangenen zwei Wochen.» Doch für die betroffenen Gewerbler aus der Innenstadt, die sich zur letzten Infoveranstaltung vor Baustart eingefunden haben, gibt es eine gute Nachricht: «Die Erneuerungsarbeiten dauern voraussichtlich nur 14 Wochen – und nicht 20 Wochen, wie bisher angenommen», sagt Brühwiler.
Fast ohne Vollsperrung
Die drastische Verkürzung der Bauzeit ist der Baufirma Meierhans AG zu verdanken. Sie erhielt den Auftrag für die Erneuerung der St. Galler- und Herisauerstrasse – und bot anschliessend an, das Projekt schneller zu realisieren, als die Ausschreibung verlangte. Dass dies möglich ist, hat laut Brühwiler einen einfachen Grund: «Die Firma hat weit mehr Maschinen und Personal zur Verfügung als die meisten Mitbewerber.» Dadurch sei es möglich, zahlreiche Arbeiten parallel auszuführen.
In der Tat: Es ist ein gewaltiger Tross, der auf das Stadtzentrum zurollt. 31 grosse Baumaschinen, darunter acht Bagger, sieben Muldenkipper, vier Pneulader und drei Walzen, verteilt auf sieben Bauequipen. Täglich werden 19 Bauarbeiter mit sieben Polieren im Stadtkern zugange sein. Während der Erneuerung der Werkleitungen unter der Fahrbahn kommt ausserdem noch Personal der Stadtwerke hinzu.
Dank des Grossaufgebots an Arbeitern und Maschinen bleibt der Stadtkern während der Bauzeit besser erreichbar als ursprünglich vorgesehen: St. Galler- und Herisauerstrasse sind im Baustellenbereich (siehe Grafik) einspurig befahrbar; die St. Gallerstrasse von Osten nach Westen, die Herisauerstrasse von Süden nach Norden. Eine Vollsperrung ist einzig für den letzten Arbeitsschritt nötig, den Einbau des Deckbelags, der etwa zwei Tage dauern wird.
Umfahrung im Süden
Die Strassenbauarbeiten werden voraussichtlich Mitte Juni abgeschlossen sein. Bis dahin gilt für Autofahrer: Das Zentrum Gossau wenn möglich grossräumig umfahren, am besten über die Autobahn. Der Verkehr aus Westen in Richtung Stadtzentrum wird von der Wilerstrasse über Geren-, Flawiler-, Ring-, Herisauer-, Post-, Quellenhof- und Mooswiesstrasse umgeleitet. Die Umfahrung ist in beiden Richtungen befahrbar. «Diese Alternativroute hat sich bereits mehrfach bewährt», sagt Brühwiler. Es sei allerdings damit zu rechnen, dass sie während der Strassensanierung oft überlastet sei.
Im Stadtkern stehen folgende Parkplätze zur Verfügung: Tiefgarage Coop-Gerbhof und Bedaplatz (gebührenpflichtig), Marktplatz, Amtshaus und Untersuchungsamt (Blaue Zone). Die Bushaltestelle Herisauerstrasse wird auf der Ostseite ganz, auf der Westseite für einzelne Kurse aufgehoben. «Für Fussgänger und Velofahrer ist der Stadtkern während der ganzen Bauzeit zugänglich», sagt Brühwiler – die Zugänge zu den Fachgeschäften seien gewährleistet. Eine Beschilderung mit Wegweisern wird darauf aufmerksam machen, dass Einkaufen im Stadtkern trotz der Sanierung möglich ist. Die Lärmbelastung werde allerdings zeitweise hoch sein, gibt Brühwiler zu – «vor allem während der Arbeiten an den Werkleitungen».
Baubüro im «Sonnen»-Saal
Ein Anliegen ist den Bauherren die Kommunikation rund um die Strassensanierung: Das Ingenieurbüro Wagner & Brühwiler richtet im «Sonnen»-Saal ein Baubüro ein – als Anlaufstelle für Fragen der Bevölkerung. Es ist während der Bauzeit werktags von 10 bis 11 Uhr geöffnet. Zudem sind im April und im Mai öffentliche Baustellenrundgänge geplant.
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