Tagblatt Online, 11. Februar 2012 01:03:00
Friedberg rechnet mit Interimslösung
Die Nachricht kam überraschend: Der Rektor des Gymnasiums Friedberg tritt auf 31. Juli zurück. Dass bis dahin ein Nachfolger gefunden werden könne, ist laut Stiftungsrat eher unwahrscheinlich.
CORINNE ALLENSPACH
GOSSAU. Wenn Hansruedi Mächler das Gymnasium Friedberg Ende Juli verlassen wird, war er genau drei Jahre lang als Rektor im Amt. Sein Rücktritt erfolge «aus persönlichen Gründen, um sich beruflich neu auszurichten», liess der Stiftungsrat im Januar offiziell verlauten. Nähere Details wollte Stiftungsratspräsident Daniel Lehmann auf Anfrage auch gestern keine machen. «Wenn mir jemand sagt, er kündige aus persönlichen Gründen, dann akzeptiere ich das», sagt er. Aber «persönliche Gründe» hätten meist mit dem persönlichen Umfeld und auch mit dem Arbeitsplatz zu tun, präzisiert Lehmann. Und im Gymnasium Friedberg ist derzeit einiges im Umbruch. Denn dass die Schweizer Schullandschaft im Wandel sei, betreffe auch die Gossauer Privatschule. Es gelte nun, sich neu auszurichten und die unter Mächlers Führung eingeleiteten Veränderungen fortzusetzen.
Proteste nach Kündigung
Laut der Gossauer Wochenzeitung (GoZ) ist Mächler nicht der einzige, der das Gymnasium Ende Schuljahr verlässt. Der Stiftungsrat habe zudem einem langjährigen Lehrer kündigen müssen, heisst es. Dies habe unter den Schülern «zu heftigen Diskussionen und lauten Protesten geführt». Das tönt nach Aufstand? Daniel Lehmann beschwichtigt. «Was heisst schon laut», sagt er, das sei immer relativ. «Aber Sie können sich sicher vorstellen, dass ein Schüler keine Freude hat, wenn ein Lehrer geht, den er gern gehabt hat.» Zu den Gründen der Kündigung könne er keine Stellung nehmen, sagt Lehmann: «Aus Persönlichkeitsschutz.»
Stelle wird ausgeschrieben
Trotz verschiedener Umstrukturierungen, oberste Priorität hat im «Friedberg» derzeit die Suche nach einem Nachfolger für Mächler. Der Stiftungsrat habe in den vergangenen Wochen verschiedene Gespräche geführt. Der Rekrutierungsprozess wird laut Lehmann jetzt gestartet und wird voraussichtlich mehrere Monate dauern. Die Stelle des Rektors werde in Kürze ausgeschrieben. Im Stiftungsrat gehe man von einer interimistischen Lösung für die Zeit nach Mächlers Austritt aus. Das heisst, dass das Gymnasium Friedberg vermutlich erst in einem Jahr einen neuen Rektor haben wird. «Dies vor allem aufgrund der Tatsache, dass Lehrpersonen oft über eine sechsmonatige Kündigungsfrist verfügen», sagt Lehmann. Einer, der im «Friedberg» am 1. August 2012 anfangen könnte, hätte demnach bereits im Januar kündigen müssen.
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