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Tagblatt Online, 15. Februar 2012 01:06:00

Etwas weniger Verkehr

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16 983 Fahrzeuge sind vergangenes Jahr im Schnitt täglich über die Gossauer Mettendorf-Kreuzung gefahren. Das sind 139 Fahrzeuge oder 0,8 Prozent weniger als noch im 2010. Für den Kanton kein Grund zur Euphorie.

MARION LOHER

GOSSAU. Geht es um die Gossauer Verkehrszahlen, ähneln sich die Schlagzeilen seit Jahren. Für 2010 hiess es «Verkehr wächst weiter an», für das Jahr davor «Verkehr wächst moderat». Und für 2011? Die kantonale Verkehrszunahme von durchschnittlich 2,3 Prozent hat eigentlich auch ein weiteres Wachstum auf Gossaus Strassen erwarten lassen. Und demzufolge auch eine weitere entsprechende Schlagzeile. Doch dem ist nicht so, wie die aktuellen Zahlen des Kantons zeigen. Bei der Zählstelle Mettendorf, die seit Jahren das grösste Verkehrsaufkommen im Gebiet Gossau verzeichnet, sind 2011 weniger Fahrzeuge registriert worden als in den beiden Jahren zuvor. 2009 und 2010 waren es täglich 17 034 respektive 17 122 Fahrzeuge. 2011 hingegen fuhren durchschnittlich 16 983 über die Mettendorf-Kreuzung. Das sind täglich 139 Fahrzeuge oder 0,8 Prozent weniger als 2010.

Nur Spekulationen

Für Martin Gmür von der Verkehrstechnik des kantonalen Strasseninspektorats sind diese Zahlen jedoch kein Grund zur Euphorie. Schwankungen von plus/minus 1 bis 1,5 Prozent jährlich seien normal, sagt er. «Es kann gut sein, dass die Zahl nächstes Mal wieder höher ausfällt.» Einen Grund für das leicht geringere Verkehrsaufkommen bei der Kreuzung im Mettendorf kennt Gmür nicht. Veränderungen unter drei Prozent würden nicht weiter untersucht, sagt er. Es könne einzig spekuliert werden: Vielleicht hätten die im vergangenen Jahr ausgeführten Bauarbeiten an der Ringstrasse sowie jene an der Bischofszellerstrasse zu einer lokalen Verlagerung des Verkehrs geführt.

Eine andere Interpretationsmöglichkeit sieht Urs Salzmann, Kommunikationsbeauftragter der Stadt Gossau. Allenfalls habe sich das bekannte Verkehrsproblem auf das Verhalten der Autofahrer ausgewirkt, vermutet er, und der eine oder andere habe die stark befahrene St. Gallerstrasse gemieden und sei über die Mooswies- und die Industriestrasse ausgewichen. So wie er es auch selber tue.

Mehrverkehr – im Normbereich

Vom Kanton statistisch nicht festgehalten werden die Fahrzeuge, die durch das Gossauer Zentrum fahren. «Der Kanton interessiert sich für die Verkehrsbewegungen zwischen den Gemeinden», sagt Martin Gmür. «Deshalb installiert er im Zentrum kein Zählsystem.» Hingegen auf der Bischofszellerstrasse, beim Langfeld, sowie auf der Herisauerstrasse, beim Bad Friedensberg, befinden sich zwei weitere Zählstationen. Auf beiden Strecken ist 2011 etwas mehr Verkehr gemessen worden als im Jahr zuvor. Auf der Strasse von und nach Herisau waren es 12 948 Fahrzeuge (+ 137 Fahrzeuge), auf der Strasse von und nach Arnegg 6766 (+ 33). Prozentual gesehen bedeutet dies ein Verkehrswachstum von rund einem Prozent auf der jeweiligen Strecke. Eine Zunahme, die laut Gmür im Normbereich und gleichzeitig noch weit unter dem kantonalen Durchschnitt liegt. Keine Aussagen können derzeit über den Verkehr auf der Autobahn gemacht werden, da der Kanton entsprechende Zahlen erst im April präsentiert.

Verkehrsverlagerung?

Bei der Stadt blickt man bereits heute erwartungsvoll auf die Veröffentlichung der Zahlen dieses Jahres, da ab März die Hauptverkehrsachsen saniert werden. «Wir sind gespannt, was mit dem Transitverkehr geschieht», sagt der Kommunikationsbeauftragte Urs Salzmann, und wohin sich dieser verlagere.





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