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Tagblatt Online, 16. Februar 2012 01:04:00

Ein Kostüm im letzten Moment

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Kostüme im 60er-Look verleiht Josiane Huber dieses Jahr am meisten. (Bild: Nina Rudnicki)

Mit Umzügen und Maskenbällen wird ab heute Fasnacht gefeiert – viele müssen sich noch kurzerhand eine passende Verkleidung besorgen, wie ein Besuch in einem Kostümverleih zeigt.

GOSSAU. Es herrscht Hochbetrieb im Kostümverleih von Josiane Huber in Gossau. Das Geschäft hat erst seit einer halben Stunde geöffnet, so kurz vor Fasnachtsbeginn nutzen die Gossauer aber jede Minute, um sich eine originelle Verkleidung zu besorgen. Und hier, in der zu einem Geschäft umfunktionierten Garage hängen über 2000 Kostüme.

60er-Jahre und Plüsch

In diesem Jahr seien die 60er-Jahre total gefragt, sagt Huber, denn auch in der Fasnacht gebe es Trends. «Ausgelöst werden diese eigentlich immer durch Filme», sagt sie. «Als zum Beispiel <Fluch der Karibik> ins Kino kam, wollten sich alle als Piraten verkleiden.» Dieses Jahr sei es das Musical «Grease», das den Ansturm auf 60er-Jahr-Kostüme ausgelöst habe. Es gibt aber auch Maskeraden, an denen jeder Trend vorbei- geht, wie die Tierkostüme. «Wenn es so kalt ist wie jetzt, können wir uns darauf verlassen, dass auch die plüschigen und felligen Gewänder wegkommen», so Huber.

Spezialisiert ist das Verleihgeschäft vor allem auf Gruppenkostümierungen. Damit habe vor 22 Jahren auch alles angefangen, erzählt Huber. Damals nämlich habe sie für sich und ihren Turnverein eine einheitliche Verkleidung gesucht. Aber sie habe keine gefunden und deshalb beschlossen, ein Verleihgeschäft zu gründen. Mittlerweile kämen Vertreter aus ganz Europa zu ihr. «Das wichtigste Kriterium dafür, ob ich ein Gewand kaufe, ist, dass es waschmaschinentauglich sein muss, sonst würde ich in der Arbeit ertrinken.»

Als Römer oder Held verkleiden

Die Kostüme kosten zwischen 25 und 100 Franken. Für einen Hunderter bekommt man ein Exklusivkostüm. Als Römer, Rokokoherr oder Actionheld verkleidet, kann man am Maskenball die Burgfräuleins, Indianerinnen und Cowgirls beeindrucken.

Während der Fasnachtszeit hat der Laden noch jeden Nachmittag geöffnet – danach nach Absprache. Das Geschäft mit den Kostümen laufe das ganze Jahr gut, versichert Huber. Die Leute würden immer Gelegenheit finden, sich zu verkleiden – auch im Sommer, dann für eine Poolparty als Playboy zum Beispiel. Und sogar dafür gibt es im Sortiment die passende Badehose. (nar)





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