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Tagblatt Online, 17. Februar 2012 01:05:00

«Sommerau Nord ist auf Kurs»

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Die Planungsarbeiten für eine Gewerbe- und Industriezone im Gebiet Sommerau Nord sind im Gang. (Bild: Archivbild: Urs Bucher)

In einer Medienmitteilung kritisiert die Handels- und Industrievereinigung Gossau den Stadtrat scharf: Dieser treibe die Entwicklung des Gebiets Sommerau Nord zu wenig schnell voran. Stadtpräsident Alex Brühwiler weist den Vorwurf zurück.

ADRIAN VÖGELE

GOSSAU. Bärbeissig ist der Ton, den die Handels- und Industrievereinigung Gossau (HIG) in ihrer Medienmitteilung anschlägt. Anlass ist der Jahrestag des Volksentscheids für eine Gewerbe- und Industriezone im Gebiet Sommerau Nord, Adressaten sind die Gossauer Politikerinnen und Politiker. Obschon verschiedene Unternehmen dringend auf Expansionsmöglichkeiten warteten, scheine bisher in Sachen Sommerau Nord «wenig geschehen zu sein», schreibt die HIG. Sie stellt sich die Frage, «ob es der Stadt mit der Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen wirklich ernst ist». Die Verfahren dauerten zu lang – einzelne expansionswillige Unternehmen in der Region hätten sich mangels Bauland bereits gegen Gossau entschieden. Die Gebietsentwicklung in der Sommerau sei «rasch und unbürokratisch» voranzutreiben.

«Abkürzen ist kaum möglich»

Der Stadtrat hat, obwohl er zum Kreis der Adressaten gehört, die Mitteilung nie direkt erhalten und erst über die Medien von den Vorwürfen erfahren. Stadtpräsident Alex Brühwiler weist die Kritik zurück: «Es stimmt schlicht nicht, dass seit der Abstimmung bezüglich Sommerau Nord wenig geschehen ist.»

Gleich nach der Abstimmung begannen die Planungsarbeiten und die Abklärungen mit Kanton, Bund und Grundeigentümern. Zweimal – im Mai und im Oktober des vergangenen Jahres – informierte der Stadtrat das Parlament über den aktuellen Stand der Dinge. Teilzonenplan und Überbauungsplan liegen seit vergangenem Herbst vor und sind Ende November dem Kanton zur Vorprüfung eingereicht worden. Dieser hat dafür rund drei Monate Zeit. «Das ist das übliche Verfahren», sagt Brühwiler. Ende Februar werden gemäss jetzigem Stand die Resultate der Vorprüfung vorliegen (siehe Kasten).

Von mangelndem Engagement seitens der Stadt will Brühwiler nichts wissen – den Prozess abzukürzen, sei kaum möglich: «Wenn wir auf die kantonale Vorprüfung verzichten und die Pläne in der Sommerau auf eigene Faust vorantreiben, laufen wir Gefahr, am Schluss mit nicht bewilligungsfähigen Planerlassen dazustehen oder im Einspracheverfahren aufzulaufen», sagt Brühwiler. Das komme für die Stadt nicht in Frage. «Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt – mit der Entwicklung des Gebietes Sommerau Nord sind wir insgesamt auf Kurs», sagt der Stadtpräsident.

Offen für Vorschläge

Im übrigen habe die HIG in ihrer Mitteilung – bei aller Kritik – keine konkreten Vorschläge gemacht, wie das Verfahren zu optimieren sei. Laut Brühwiler hat der Stadtrat die HIG deshalb eingeladen, ihre Vorstellungen zu konkretisieren und zweckdienliche Vorschläge zu unterbreiten. Eine Antwort stand bis Mitte Woche noch aus.

Ende Jahr im Parlament

Der Mangel an Bauland in Gossau ist auch für Brühwiler unbestritten. «Dass der Abgang einzelner Unternehmen tatsächlich damit zu tun haben kann, ist leider nicht auszuschliessen.» Welche Unternehmen später vom neuen Bauland in der Sommerau profitieren werden, könne heute nicht abschliessend gesagt werden. «Hier spielt der freie Markt.»

Bis es allerdings so weit ist, könnte noch einige Zeit vergehen: «Wie schnell wir den Teilzonen- und den Überbauungsplan öffentlich auflegen können, hängt davon ab, wie der Bericht des Kantons ausfällt», sagt Brühwiler. Der Kanton könne von der Gemeinde einerseits zwingende Änderungen verlangen, andererseits aber auch ergänzende Empfehlungen abgeben. Liegt der Bericht des Kantons vor, soll die Bereinigung und der Erlass der Pläne möglichst rasch erfolgen.

Anschliessend stehen die öffentliche Auflage und das Einspracheverfahren an. Der Stadtpräsident hofft, dass diese Verfahrensschritte bis circa September dieses Jahres abgeschlossen sind. «Dies würde es möglich machen, die Vorlage im November oder Dezember dem Parlament zu unterbreiten.»





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