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Tagblatt Online, 13. Februar 2012 01:06:00

«Hüttengaudi» mit Zither Sepp

Narrengemeinschaft Zoom

Die zwei neuen Ehrennarren: Imelda Wolgensinger und Hans Lernhart. (Bild: Urs Bucher)

Am Freitag hat sich das Fasnachtskomitee Gossau zur traditionellen Narrengemeinde getroffen. Neben der Ernennung von zwei Ehrennarren wurden die Fasnächtler von witzigen Schnitzelbänklern und dem Musiker Zither Sepp unterhalten.

MICHEL BURTSCHER

GOSSAU. Schon von weitem sah man am Freitagabend, dass im Marktstübli in Gossau etwas Besonderes los ist: Über dem Eingang leuchteten farbige Partylichter. Es war kurz vor 20 Uhr und drinnen sorgte Zither Sepp für Unterhaltung. Es herrschte eine gute Stimmung an der traditionellen Narrengemeinde des Gossauer Fasnachtskomitees, kurz Fako. Jedes Jahr treffen sich Mitglieder des Vereins und verbringen einige fasnächtliche Stunden miteinander – dieses Jahr unter dem Motto «Hüttengaudi». Zum Programm gehörte ein Nachtessen, die Ernennung von Ehrennarren und Schnitzelbängg. Während der erste Teil des Abends nur für geladene Gäste war, wurde der Anlass später für alle geöffnet.

Närrisch seit 1955

Doch was macht dieses Fako? «Die einzige, grosse Aufgabe des Fasnachtskomitees ist die Organisation der zwei Gossauer Fasnachtsumzüge, die alle zwei Jahre stattfinden», sagt Vereinspräsident Adrian Krucker.

Gegründet wurde das Fako im Jahr 1955 vom Gossauer Gewerbeverein. 1959 machte er sich selbständig. Heute hat der Verein rund 150 Mitglieder. Dass es das Fasnachtskomitee überhaupt noch gibt, sei aber nicht selbstverständlich, erzählt Krucker. «Im vergangenen Jahr wurde eigentlich beschlossen, den Verein aufzulösen», sagt er. Der bisherige Vorstand habe keine Zeit mehr gehabt. Eine kleine Gruppe habe sich aber gegen den Entscheid gewehrt. «Wir wollten diese schöne Tradition, die Fasnachtsumzüge, bewahren», sagt Krucker. Darum gibt es das Fasnachtskomitee immer noch, darum werden auch nächstes Jahr im Januar in Gossau wieder zwei Umzüge stattfinden.

«Der Gossauer Umzug ist einer der grössten in der Ostschweiz.» Es machen etwa 1500 bis 1800 Personen mit. Die Organisation sei folglich sehr aufwendig und brauche Zeit. Das Fako ist darum auf der Suche nach Leuten, die dabei mithelfen wollen. «Alle, die mitwirken möchten, sind bei uns willkommen», sagt Präsident Krucker. Es werde im Verein auch kleinere strukturelle Änderungen geben. «Wir wollen frischen Wind reinbringen, das Rad aber nicht neu erfinden.»

Ehrennarren ausgezeichnet

An der Narrengemeinde sind zwei Ehrennarren ausgezeichnet worden und haben eine Medaille erhalten. «Diesen Titel verleihen wir Fako-Mitgliedern, die sich speziell verdient gemacht haben», erklärt Krucker. Dieses Jahr haben die Auszeichnung Imelda Wolgensinger und Hans Lernhart erhalten. Beide sind ehemalige, langjährige Vorstandsmitglieder. Wolgensinger habe sich immer mit Hingebung um die Dekorationen gekümmert, Lernhart sei für das Sponsoring und die Werbung zuständig gewesen. Die zwei Ausgezeichneten freuten sich sichtlich über die Ehrung.

Gäste frotzeln über Gossau

Danach standen im Marktstübli die Schnitzelbänggler im Mittelpunkt: die Passwit-Tröller, eine reine Frauentruppe aus Mühlrüti, die mit nationalen und internationalen Themen auftrumpfte. Es ging um die EU, um Silvio Berlusconi, um die Ständeratswahlen. Und sie hatten sogar zwei Schnitzelbängg über Gossau mitgebracht: über die Neugestaltung des Gossauer Stadtzentrums und die 7-statt-5-Initiative. Damit wussten die Gäste aus dem Toggenburg die Gossauer Fasnächtler zu begeistern.





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