Gossauer Stadtpräsidentenwahl: Lehmann kämpft nach Bedenkzeit weiter

ENTSCHEID ⋅ Ende Januar duellieren sich der Einheimische Daniel Lehmann und der Auswärtige Wolfgang Giella ein zweites Mal ums Gossauer Stadtpräsidium. Lehmann hat sein enttäuschendes Abschneiden im ersten Wahlgang mittlerweile verarbeitet und gibt sich kampfeslustig.
Aktualisiert: 
11.12.2017, 14:00
11. Dezember 2017, 13:47
Zwei Wochen hatte sich die CVP Gossau-Arnegg für den Entscheid Zeit gelassen: Soll sie den Kampf ums Stadtpräsidium verloren geben? Oder soll sie im zweiten Wahlgang nochmals antreten, und wenn ja, mit wem?

Nun ist die Entscheidung gefallen: Die Partei hält an ihrem Bestreben fest, den Nachfolger des zurücktretenden Parteilosen Alex Brühwiler zu stellen, und beteiligt sich auch am zweiten Wahlgang. Und zwar mit Daniel Lehmann, den die Partei schon in der ersten Runde von Ende November unterstützt hatte.


"Ich habe diese Zeit gebraucht"

"Die Partei stellt sich auch im zweiten Wahlgang voll und ganz hinter Daniel Lehmann", sagte Elmar Hardegger, Präsident der CVP Gossau-Arnegg, an einer Medienorientierung. Er zeigte sich überzeugt, dass Lehmann "der richtige Mann für diese Stadt" sei. Auf die Frage, weshalb die CVP zwei Wochen gezögert habe bis zur Bekanntgabe der erneuten Bewerbung Lehmanns, sagte der Kandidat selbst: "Das lag an mir. Ich habe diese Zeit nach dem enttäuschenden Resultat im ersten Wahlgang gebraucht." Die Partei habe ihre Unterstützung für ihn sehr früh signalisiert.
 

Den Rückstand aufholen - aber wie?

Jetzt werde man sich kämpferisch geben, sagte Daniel Lehmann des weiteren und fügte an, er wolle ein Stadtpräsident für alle Gossauer sein. Mit welchen Aktionen genau man den Rückstand gegenüber dem parteilosen Wolfgang Giella aufholen wolle, wollte die CVP Gossau-Arnegg zu diesem Zeitpunkt nicht sagen. Fest steht für die Verantwortlichen, dass man die Qualitäten, die Lehmann mitbringe, gut kommunizieren und die Leute überzeugen müsse, dass er der Richtige sei.

Lehmann habe sich in Gossau mit viel Herzblut engagiert - als Leiter Standortmarketing, als Stiftungsrat im Gymnasium oder als Führungsperson eines Gossauer KMU, führte CVP-Präsident Elmar Hardegger aus. Der Kandidat selbst sagte: "Ich liebe diese Stadt und kenne die Anliegen der Menschen in Gossau und Arnegg."
 

Über 330 Stimmen Rückstand für den Einheimischen

Im ersten Wahlgang war der einheimische CVP-Kandidat Daniel Lehmann überraschend dem Auswärtigen Wolfgang Giella unterlegen. Giella, vor wenigen Wochen am Ort noch total unbekannt und von einer überparteilichen Findungskommission präsentiert, verpasste das absolute Mehr zwar, machte aber über 330 Stimmen mehr als Favorit Lehmann. Der CVP-Mann und seine Partei liessen ihren Entscheid, was den zweiten Wahlgang angeht, in der Folge offen - bis heute. Wolfgang Giella seinerseits liess bereits am Wahltag durchblicken, dass er aufgrund seines guten Resultats weitermachen würde. Er bestätigte seine Kandidatur schliesslich vor knapp einer Woche. (al/dwa)