Ein kurzes Lustspiel in Arnegg

EROTIKSTUDIO ⋅ Der Bordell-Betreiber von Arnegg zieht sein Baugesuch zurück. Damit hat sich die Sache für die Stadt erledigt. Vorausgesetzt der Betrieb wurde tatsächlich eingestellt.
19. Juni 2017, 17:00
Noemi Heule

Es gab viel zu reden im Dorf, das Erotikstudio mitten in Arnegg. Anwohner setzten sich zur Wehr – erst mit Worten, dann mit Einsprachen. Auch Unterschriften sollten gesammelt werden gegen das Freudenhaus an der Bischofszellerstrasse. Doch die allgemeine Aufregung war nur ein kurzes Intermezzo in der Arnegger Dorfgeschichte. Der Streit ist beigelegt, noch bevor er überhaupt begonnen hat: Ein Tag nach Ablauf der Einsprachefrist zog der Antragssteller das Baugesuch ­zurück.

Die Gründe für den plötzlichen Gesinnungswandel kennt Ivan Furlan, Leiter des städtischen Hochbauamtes, nicht. Auch auf Spekulationen möchte er sich nicht einlassen. Nun gelte es einzig, die Akte Erotikstudio formell zu schliessen. "Sie hat sich von selbst erledigt", sagt Furlan. Für die Arnegger Bevölkerung könne somit Entwarnung gegeben werden. Auf dem Papier also ist diese kurze Episode bereits vorbei, unklar bleibt allerdings, ob der Betrieb tatsächlich eingestellt wurde.
 

Betrieb startet ohne ­Bewilligung

Obwohl die nötige Bewilligung fehlte, war das Erotikstudio mitten in Arnegg offenbar bereits rege in Betrieb. Anwohner berichteten von halbnackten Frauen und zwielichtigen Gestalten. Ivan Furlan bestätigt den Verdacht der Nachbarn; das Etablissement war bereits geöffnet. Ja, das Baugesuch wurde erst auf Geheiss der Stadt eingereicht, nachdem Hinweise bei der Verwaltung eingegangen waren. Die Behörden machten die Betreiber darauf aufmerksam, dass für das Erotikstudio die nötige Umnutzungsbewilligung fehlte. Erst daraufhin gelangte der Betreiber mit seinem Baubegehren an die Stadt, die das Auflageverfahren einleitete.
 

Zehn Einsprachen sind hinfällig

Das geplante Erotikstudio rief sogleich Gegner auf den Plan. In einem überschaubaren Dorf, noch dazu entlang des Schulwegs und am Rande eines Wohnquartiers, sei ein derartiges Etablissement nicht angebracht, waren sich viele Arnegger einig. Sie kündigten Widerstand an; wenn nötig sollte gar eine Petition lanciert werden.

Tatsächlich sind zehn Einsprachen bei der Gossauer Stadtverwaltung eingegangen. Davon die Hälfte in den letzten Tagen vor Fristende. Einsprachen, die nun hinfällig sind. Ivan Furlan will denn auch nicht weiter auf deren Inhalt eingehen. Weitere Abklärungen seien nicht notwendig, sagt er. Die Baukommission werde allerdings über allfällige Konsequenzen für den Betreiber entscheiden, der das Erotikstudio ohne Bewilligung eröffnete. In den nächsten Tagen dürfte sich auch die Frage klären, ob das ­Studio tatsächlich geschlossen wurde.


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