Daniel Lehmann gibt sich kämpferisch

GOSSAU ⋅ Daniel Lehmann zieht im Rennen um das Präsidentenamt alle Register und steigt mit Kampfrhetorik in den zweiten Wahlgang. Er will auch mit Altlasten aufräumen.
28. Dezember 2017, 17:17
Noemi Heule
Wenn eine einzige Journalistin sechs Politikvertretern gegenübersitzt, dann bläst Daniel Lehmann zum Wahlkampf. Nach seiner Niederlage im ersten Wahlgang zögerte der Kandidat für das Amt des Gossauer Stadtpräsidenten lange, bis er sich entschloss, erneut anzutreten. Umso entschlossener gibt er sich nun und steigt mit Kampfrhetorik in die zweite Runde. «Hochmotiviert und kämpferisch» werde er den Wahlkampf bestreiten, betonte er am Donnerstag an einer Pressekonferenz, die er zwei Tage zuvor kurzfristig ins Leben gerufen hatte. Nicht zuletzt, um mit alten Gerüchten aufzuräumen.

Den Rücken stärkte ihm dabei die Führungsriege der CVP-Ortspartei. Neben Parteipräsident Elmar Hardegger war auch dessen Vorgängerin und Kantonsrätin Seline Heim anwesend, genauso wie Vertreter aus Parlament und Schulrat. Daniel Lehmann ging es denn auch darum, «Wichtigkeit zu demonstrieren» und in die Offensive zu treten. Mit Man-Power wartet Lehmann auch auf seiner nagelneuen Webseite auf. 400 Köpfe aus Gossau sagen ihm dort ihre Unterstützung zu. Jass-Papst Eugen Krapf ist genauso vertreten wie der abtretende Zoodirektor Ernst Federer. Nebst vielen Vertretern der CVP konnte Lehmann auch Exponenten anderer Parteien für sich gewinnen: SVP-Parlamentarier Remo Schelb weibelte bereits im Dezember für Lehmann. Mit Sandro Contratto unterstützt ihn auch ein Mitglied der FDP, die im ersten Wahlgang offiziell Wolfgang Giella, den Kandidaten der gemeinsamen Findungskommission, unterstützte. Nur äusserst knapp hatte sich die Mehrheit der FDP-Ortspartei für Giella ausgesprochen. Auch Heinz Loretini, FDP-Mitglied und Finanzchef der Stadt Gossau, ergreift Partei für seinen möglichen, künftigen Chef.
 

Heimvorteil ausspielen und das Gespräch suchen


Nebst einem neuen Internetauftritt stehen die Plakate für Lehmann in Gossau und Arnegg bereits am Strassenrand. Mit dem Motto «ein Gossauer für Gossau» spielt Lehmann gegenüber seinem Bündner Konkurrenten den Heimvorteil aus. Gleichzeitig setzt er auf Gespräche mit der Bevölkerung. Sieben Treffen hat er bis Mitte Januar angesetzt, vom Feierabend-Bier über den Seniorenstamm bis zum Dreikönigs-Anlass. Einmal mehr will er dort Red und Antwort stehen.

Denn die Gerüchte um Daniel Lehmann und seine ehemalige Firma halten sich hartnäckig. Ein für alle Mal wollte er am Donnerstag damit aufräumen. Er betonte, dass er die Lehmann Arnegg AG keinesfalls verschuldet abgetreten habe, noch sei es zu einem Personalabbau gekommen. Dennoch räumt er Fehler ein: So sei etwa der Kundenservice im Fensterbau vernachlässigt worden. Für Fehlentscheide werde er auch künftig geradestehen. Nicht konkret äussern wollte er sich dagegen zu einem Plan B, sollte er an den Wahlen scheitern. Es gebe «mehrere Möglichkeiten in der Privatwirtschaft» liess er lediglich verlauten. Und fügte an: «Ich konzentriere mich jetzt auf Plan A».
 

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