Vom Kopf fehlt jede Spur

Der 86-jährige Richard Neururer füttert seine Schafe. (Markus Schoch)
SALMSACH ⋅ SALMSACH. Schafhalter Richard Neururer hat an Karfreitag in der Salmsacher Bucht eines seiner Lämmer ohne Kopf beim Stall gefunden. Er vermutet eine Tat mit religiösem Hintergrund.
30. März 2016, 06:01
MARKUS SCHOCH

 SALMSACH. Richard Neururer hat die Ostertage schlaflos verbracht. «Das Bild ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen.» Der 86-Jährige meint das Bild seines zwei Monate alten Lammes, das an Karfreitag tot beim Stall in der Salmsacher Bucht lag – ohne Kopf. Daneben Krähen, die in die Wunde hackten. «Der Anblick war nicht einfach für mich.»

Neururer weiss nur eines mit Sicherheit: Es war nicht der Fuchs, der das Tier gerissen hat. «Das ist unmöglich. Er hätte gar nicht die Kraft, die Knochen durchzubeissen.» Zudem würden seine Schafe seit Jahr und Tag in Eintracht mit Reinecke leben. «Ich hatte noch nie Probleme. Einmal zog eine Füchsin sogar ihre Jungen direkt unter dem Stall von Neururer auf.

Schafe gerieten in Panik
Auch Jagdaufseher Max Hilzinger schliesst einen Fuchs als Täter aus. «Die Mutterschafe sind in Panik geraten und ausgerissen. Diese Reaktion hätten sie bei einem Fuchs nicht gezeigt, da sie an seine Gegenwart gewöhnt sind.» Dieses Verhalten deute auf einen Hund oder ein grösseres Raubtier hin.» Vor kurzem wurde zwischen Grub und Rorschacherberg ein Luchs gesichtet. Ein wildernder Hund komme eher nicht in Frage, sagt Neururer. Die Polizei habe ihm gesagt, es sei zur fraglichen Zeit keiner gemeldet gewesen.

Wie mit Messer abgetrennt
Neururer vermutet, dass seinem Lamm von Menschenhand der Kopf abgetrennt wurde, was Hilzinger nicht grundsätzlich in Abrede stellen will. «Der Schnitt ist glatt, so als habe jemand ein Messer benutzt», sagt der Schafhalter. Warum jemand so etwas tun sollte, weiss er aber auch nicht. Am ehesten kommt für den Romanshorner ein religiöses Motiv in Frage, das in Verbindung mit dem Karfreitag steht. Denn schon vor einem Jahr verlor er am Todestag von Jesus eines seiner Lämmer, das aber den Kopf behielt. Das Tier lag tot im Stall, die Wände waren über und über mit Blut bespritzt. «Das ist mir jetzt wieder in den Sinn gekommen», sagt Neururer und meint. «Das ist doch ein komischer Zufall.»

Den Kopf des Lammes hat er bis heute nicht gefunden. «Ich habe überall gesucht.» Besondere Vorsichtsmassnahmen hat Neururer nach dem Vorfall nicht ergriffen. «Ich mache gleich weiter und bin jeden Tag bei meinen Tieren.» Im Moment sind es noch drei Mutterschafe, ein Bock und zwei Lämmer.
 


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