Thurgau hält an hoher Sprachhürde fest

GROSSER RAT ⋅ Einbürgerungswillige müssen im Thurgau künftig bessere Deutschkenntnisse vorweisen als in der übrigen Schweiz. Doch was bedeuten Niveau A2, B1 und B2 überhaupt?
07. Dezember 2017, 05:20
Katharina Brenner, Larissa Flammer

Katharina Brenner, Larissa Flammer

Viel zu diskutieren gab es an der gestrigen Grossratssitzung nicht mehr. Die hohe Sprachhürde für Einbürgerungswillige im Kanton Thurgau ist Tatsache. Mündlich ist Niveau B2 Pflicht, schriftlich B1. Ein Behördenreferendum, das eine Volksabstimmung zur Folge gehabt hätte, kam nicht zustande. Wer sich im Thurgau einbürgern lassen will, muss künftig also bessere Deutschkenntnisse vorweisen als in der übrigen Schweiz.

Was hinter den Sprachniveaus steckt

Der Grosse Rat hat die Vorlage in der Schlussabstimmung mit 65 gegen 55 Stimmen gutgeheissen. FDP und SVP haben sich dabei gegen CVP, EVP, SP, Grünliberale und Grüne durchgesetzt. Möglich wäre jetzt nur noch ein fakultatives Referendum, um das Gesetz zu Fall zu bringen. Die Sprachhürde im Thurgau liegt nach der neuen Regelung so hoch wie in keinem anderen Kanton. Der Bund verlangt mündliche Sprachkenntnisse auf Niveau B1 und schriftliche auf Niveau A2. Hinter diesen Formeln stecken die Abstufungen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER). Er hat zum Ziel, unterschiedliche Sprachzertifikate vergleichbar zu machen. Der GER unterscheidet sechs Stufen. Sie reichen vom Anfängerniveau A1 bis hin zum Niveau C2, das in der Regel Muttersprachler aufweisen. Die Prüfungen folgen genauen Vorgaben.21, 33


Leserkommentare

Anzeige: