Ciao Italia!

GESCHEITERT ⋅ Italiens Nationalmannschaft verpasste den Einzug für die WM in Russland. In der Schweiz sind die Enttäuschungen spürbar. Italienische Stimmen aus dem Appenzellerland äussern sich zur Niederlage.
15. November 2017, 07:14
Noemi Oesch

Noemi Oesch

noemi.oesch@appenzellerzeitung.ch

Die Enttäuschung ist gross: Italien verpasste die WM-Qualifikation. Die einst grosse Turniermannschaft wird nächsten Sommer nicht nach Russland fahren. Vor 60 Jahren verpassten die «Azurri» zum letzten Mal eine WM-Teilnahme.

Salvatore Zingali ist Wirt des Restaurants Tannenbaum und leidenschaftlicher Italien-Fan.Bild: noe Zoom

Salvatore Zingali ist Wirt des Restaurants Tannenbaum und leidenschaftlicher Italien-Fan.Bild: noe

Bei einigen Herisauern mit italienischen Wurzeln ist die Enttäuschung am Dienstagmorgen deutlich spürbar. «Ich kann es noch nicht wahrhaben», erzählt Salvatore Zingali, Wirt des Restaurants Tannenbaum. «Doch wer während zweier Spiele kämpft und keine Tore erzielt, hat die Teilnahme an einer WM nicht verdient.» Nebst Enttäuschung herrscht auch Frustration. Weshalb hatte Italien kein Glück bei den Torchancen? Waren die Schiedsrichterentscheide gegen die Penalties korrekt? Was ist mit unserer Turniermannschaft los? Solche Fragen geistern zurzeit durch die Köpfe der Italien-Fans.

Der Nachwuchs wurde vernachlässigt

Antonio Romano ist Funktionär beim FC Bühler und schaute die WM- Qualifikation.Bild: noe Zoom

Antonio Romano ist Funktionär beim FC Bühler und schaute die WM- Qualifikation.Bild: noe

Gründe für die Niederlage werden einige erörtert. Das Problem wird vor allem in der Nachwuchsförderung gesehen. «Selbst die grossen Clubs in Italien holen sich ausländische Spieler», erläutert Antonio Romano, Funktionär beim FC Bühler. «Junge Italiener erhalten in der Liga zu wenig Platz, um ihr Können zu zeigen», stimmt Zingali zu. Aktuell fehle der Nationalmannschaft die grossen Stammspieler wie einst ein Andrea Pirlo oder ein Alessandro del Piero.

Auf die Frage, ob sie die WM trotzdem verfolgen werden, antwortet Luciano Pau-Staubli, Besitzer eines Musikgeschäfts in Herisau, scherzhaft: «No italy, no party.» Die WM werde aber selbstverständlich nicht versäumt. Dennoch sei die Vorfreude kleiner. Nun werden der Schweizer Mannschaft mehr als üblich die Daumen gedrückt. «Hoffentlich kann man nächstes Jahr lange mit der Schweiz mitfiebern», bestätigt Pau-Staubli.

Der Schock sitzt in den italienischen Knochen, doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Italien hat nun die Möglichkeit, den Nachwuchs zu fördern und neue Stärke zu gewinnen. Die Qualifikationsspiele für die EM stehen 2019 an.


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