ZU TISCH

«Il ristorantino»: Von der Sonne zur Sonne

12. September 2013, 02:36
Andreas Bauer

Eigentlich hätte es für Enzo Zuccherino keinen Grund gegeben, in Frauenfeld das gut frequentierte «Ristorantino» in der «Sonne» aufzugeben, wären da nicht zwei Wünsche gewesen, die sich nicht realisieren liessen: mehr Fläche und ein Gartenrestaurant. Im Nachbardorf Islikon fand der Koch mit neapolitanischen Wurzeln genau das, was er gesucht hatte. Im Rahmen eines grossen Bauprojekts wurde das denkmalgeschützte ehemalige Restaurant «Sonne» vollständig umgebaut und erweitert. Seit Dezember 2012 empfangen Enzo Zuccherino und sein Team ihre Gäste nun in Islikon. Der Name «Ristorantino» passt zwar nicht mehr wirklich – denn die Gaststube ist jetzt wesentlich grösser und ein Saal bietet für weitere 40 Personen Platz –, aber man kann verstehen, dass Zuccherino die erfolgreiche Marke, mit der man ihn in Verbindung bringt, nicht aufgeben wollte.

Wohltuende Atmosphäre

Der Spätsommerabend, den wir für das Essen im Ristorantino reserviert haben, ist unerwartet schön, so dass wir uns spontan für einen Tisch im Garten entscheiden. Ein schöner Platz, sehr nahe zwar an der belebten Durchgangsstrasse, aber durchaus angenehm. Besonders gelungen ist die raffinierte Beleuchtung, die nach dem Eindunkeln für eine wohltuende Atmosphäre sorgt.

Mit dem Umzug nach Islikon musste Zuccherino sein gastronomisches Konzept nicht neu erfinden; längst hatte er während Lehr- und Wanderjahren, die ihn von Neapel aus über Las Vegas und Frankfurt am Main in den Thurgau führten, seinen persönlichen Stil gefunden. Das Ristorantino steht für eine gehobene, vielseitige mediterrane Küche. Teigwaren und Brot sind hausgemacht, für Beilagen und Desserts werden konsequent Frischprodukte verwendet. Wer erleben will, was das konkret bedeutet, bestellt am besten das wöchentlich wechselnde viergängige Degustationsmenu (75.-). Dass wir uns für eine eigene Auswahl entschlossen haben, erweist sich rasch als nicht ganz einfaches Unterfangen. Denn vieles auf der umfassenden, zweisprachigen Karte tönt derart verlockend, dass die Entscheidung schwer fällt.

Lammcarré und Saltimbocca

Als Vorspeisen wählen wir eine währschafte Bohnensuppe (Zuppa di fagioli alla Toscana, 9.50) und wunderbar auf der Zunge zergehenden Büffelmozzarella, begleitet von Cherry-Tomaten, die so aromatisch sind, wie man sie nur zu dieser Jahreszeit geniessen kann, mit Basilikum, Oregano und Oliven (13.50). Bei den Hauptgängen fällt unsere Wahl auf Lamm und Kalb. Herrlich zart kommt das Lammcarré aus dem Ofen auf den Tisch (34.50). Es ist jenen zu empfehlen, die das typische Aroma von Lammfleisch lieben. Überzeugend ist auch die Saltimbocca (26.50). Zu diesem Klassiker der italienischen Küche wird ein perfekt al dente gekochter Risotto serviert. Wie ein farbenfroher Blumenstrauss präsentiert sich die Frischgemüse-Beilage. Ein Mocca-Parfait (9.50) und eine Panna cotta mit frischen Beeren (9.50) runden unseren für dieses Jahr wohl letzten genussreichen Abend im Freien ab.

Unser Eindruck: Das «Ristorantino» bleibt auch am neuen Domizil ein sicherer Wert für Liebhaber der mediterranen Küche.

Il ristorantino, Islikon Hauptstrasse 47, Tel. 052 366 54 23 Öffnungszeiten: Di bis Sa Karte: 16.50 bis 54.50

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