Vom Luusbueb zum Showmaster

«Alles ist echt, alles ist Show», sagen Christoph Hartmann und Roland Hofer über ihr neues Programm «Walterundschalter». An sechs Abenden wollen die beiden Musiker mit Sein und Schein spielen – ohne PC und Beamer, nur mit Wort und Klang.
02. November 2015, 02:35
DIETER LANGHART

FRAUENFELD. Kein schlechter Titel für ein Unterhaltungsprogramm zu zweit: «Walterundschalter». Und erst noch «Die legendäre Late-Night-Show» im Untertitel. Dabei ist es brandneu, läuft ab Donnerstag in der Theaterwerkstatt Gleis 5. Christoph Hartmann ist der Walter, Roland Hofer der Schalter. Gemeinsam werden sie auf der Bühne mit Publikum und Gästen schalten und walten: Walter mit scharfem Wort und schriller Gitarre, Schalter am Keyboard.

So weit, so gut. Aber da ist noch ein Dritter, der Schauspieler Giuseppe Spina, der als künstlerischer Leiter aber nicht auf die Bühne darf. Dafür je ein bis zwei Gäste, an jedem der sechs Abende wieder andere. Unter ihnen Nationalrätin Edith Graf-Litscher und vier der fünf Regierungsräte für das Wort und je ein Thurgauer Musiker für weitere Zwischentöne.

Spiel mit Schein und Sein

Das mag ein wenig nach «Ergötzliches» mit Thomas Götz in Weinfelden oder an die Frauenfelder Wochenschau «KellerSchuran» erinnern, aber Christoph Hartmann winkt ab. «Ich kopiere nichts. Wir spielen mit Schein und Sein, wir bringen das Unvorhersehbare auf die Bühne. Wir wollen verschiedene Wege aufzeigen, die Welt zu sehen und zu verstehen.» Das Publikum solle sich fragen: «War das jetzt beabsichtigt oder nicht?»

Keine Politsatire, kein kabarettistischer Mahnfinger geht also hoch, sondern Christoph Hartmanns Daumen. «Bei <Walterundschalter> ist alles analog, alles live», sagt er bei den Proben, «wir machen Theater und wollen hinter die Fassaden blicken. Alles ist Show, alles ist echt.» Drum die Spiegel auf der Bühne, damit sich die Gäste im Spiegel sehen – und das Publikum. Es werde schon im Foyer besonders empfangen, dürfe auch mittun, müsse aber nicht.

Die Zahl 4 zieht sich durch

Vier Spiegel, vier Himmelsrichtungen, vier Elemente, vier Farben (neckisch die Startknöpfe auf der Webseite) – alles drehe sich im Programm um die Zahl 4, sagt Christoph Hartmann, der sich mit «Walterundschalter» einen alten Traum erfüllt.

«Eine frische Idee» nennt sie Giuseppe Spina, «auch wenn das Format der Late-Night-Show nicht neu ist.» Seine pragmatische Aussensicht steuert er seit dem Frühling bei, als Christoph Hartmann mit dem Konzept auftauchte. «Ich will Christoph nicht in eine Form pressen», sagt Giuseppe Spina, «er hat einen guten Instinkt, und den will ich unbedingt zulassen.»

Hartmann wirkt alles andere als nervös, wie er mit breitem Grinsen und hochgerecktem Daumen ein, zwei Kostproben zum besten gibt, ohne sich in die Programmkarten blicken zu lassen, aber vielleicht scheint auch das nur so. Und dann lacht er schallend: «Herausreden kann ich mich immer.»

Für Roland Hofer ist das Projekt «ein Abenteuer», auch wenn ihn Giuseppe Spina als «sehr szenischen Musiker» bezeichnet.

Zwischen 4 und 4444 Franken

Die Finanzierung via Crowdfunding läuft noch, und auch hier zeigen Hartmann, Hofer und Spina Humor. Sie ziehen die Zahl 4 durch für die angestrebten 4444 Franken: eine Belohnung gibt es für 4 (signierte Postkarte), 44 (Freikarte), 444 (Vorführung daheim) oder 4444 Franken (Wellenritt mit Yacht und Showblock).

Do–Sa, 5.–7.11., 20 Uhr, Theaterwerkstatt Gleis 5; dann 27.11., 4./5.12. www.walterundschalter.ch

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