Hörbar

Beethoven goes Jazz

23. März 2017, 05:38

 

 

 

 

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Dieter Ilg: «Mein Beethoven»

ACT Music, ACT 9582-2

Kontrabassist Dieter Ilg hat mit Pianist Rainer Böhm und Schlagzeuger Patrice Héral eine Jazz-Hommage an Beethoven gestaltet und auf CD gebannt. Nicht nur Beethoven-Fans sei das Album empfohlen. Es nimmt mit auf eine leichte, flockige und dennoch anspruchsvolle Reise durch das Œuvre des Titanen. Duftig kommt die «Pastorale» mit gezupftem Bass und swingenden Rhythmen daher. Die «Ode an die Freude» wird hier zu einem Traumstück mit differenzierten Klangeffekten auf dem Schlagzeug zu feinen Klavierakkorden, und der Bass Dieter Ilgs singt dazu gewissermassen «Hirtenweisen». Die grosse Fuge aus Beethovens spätem Streichquartett, verteilt auf alle drei Musiker, steigert sich furios zu massivem Sound und lässt Kontrapunkte leise verhallen. Elegisch klingt Ilgs Deutung des Quartetts «An die Gottheit». Brillante Läufe werden in der Hammerklavier­sonate zum Jazz-Stück «Hammerlos» umgedeutet. Und die «Mondscheinsonate» erglänzt in fantasievollem Jazz-Licht.

 

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Patrick Manzecchi, Richie Beirach, Jens Loh: «Rectilinear»

Element 113

Viertes Trio-Album

Der Konstanzer Schlagzeuger Patrick Manzecchi ist bekannt für ausgefallene Programme, er liebt es, arrivierte Stars zu Sessions einzuladen. Ein Glücksfall, wenn daraus ein Album entsteht. So geschehen mit Jazz-Legende Richie Beirach am Piano und dem Bassisten Jens Loh. «Rectilinear» ist Manzecchis vierte CD, die er in der Konzertreihe «Jazz im Kulturzentrum» vergangenen Januar vorgestellt hat. Das Trio macht Jazz der Extraklasse. Nicht nur weil Beirach in die Tasten greift, als wäre er ein Händel des Jazz. Akkordsatt tönt sein Walzer «Trust» mit feingezupftem Bass-Solo, wehmütig die Ballade «Zal». Improvisiertes, basierend auf Franco Manzecchi, und Stücke von Miles Davis und Bill Evens runden das Programm ab.

Hans-Jürgen Becker


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