Drei Alternativen zu Bitcoin

Litecoins sollen Transaktionen beschleunigen, PPCoins auch von schwacher Hardware erzeugt werden und Devcoins Open-Source-Projekte unterstützen.
16. April 2013, 11:40
NZZ Online

Henning Steier

Nachdem der Bitcoin-Kurs unlängst 260 Dollar erreichte, beträgt er derzeit rund 55 Dollar. Nicht nur die jüngste Diskussion über eine Spekulationsblase , sondern auch Energieverbrauchsfragen und Sicherheitsbedenken lenken die Aufmerksamkeit auf andere virtuelle Währungen, deren Macher die Bitcoin-Software modifiziert haben. Weil diese Open-Source ist, kann jeder damit anstellen, was er möchte.

Litecoin ist die derzeit populärste Bitcoin-Alternative, deren Gesamtwert derzeit rund 38 Millionen Dollar beträgt, also etwa drei Prozent des seit 2009 verfügbaren Originals. Abgrenzen wollen sich die Litecoin-Macher um Charles Lee, indem sie sicherstellen, dass Transaktionen wesentlich schneller ablaufen. Benötigt man mit Bitcoins durchschnittlich zehn Minuten, sollen es per Litecoin etwa zweieinhalb Minuten sein. Hinzu kommt, dass für das Generieren von Litecoins deutlich schwächere Hardware benötigt wird. Allerdings ist daher die Sicherheit des Systems geringer und für Cyberkriminelle ist es folglich einfacher, mit Botnets Geld zu verdienen. Ein weiterer Nachteil aller Alternativen: Bitcoins verzeichnen deutlich mehr Akzeptanzstellen.

Insgesamt sind alle derzeit verfügbaren PPCoins rund vier Millionen Dollar wert. Die Entwickler um Sunny King setzen darauf, das Generieren virtuellen Geldes nicht von Rechenkraft und damit hohem Energieverbrauch abhängig zu machen. Wer die seit 2012 verfügbare Software installiert hat, erhält Boni, die sich vor allem danach richten, wie viele PPCoins jemand bereits hält. Pro Jahr erhält man maximal ein Prozent Zinsen.

Einen anderen Ansatz verfolgen die Betreiber des Projekts Devcoin. Automatisch werden gewisse Anteil des erzeugten Geldes an Open-Source-Projekte weitergeleitet. Es wird auf denselben hardwareintensiven Algorithmus gesetzt wie bei Bitcoins. Diese sind auf 21 Millionen limitiert. Eine solche Begrenzung gibt es für Devcoins nicht, was Inflationsprobleme birgt.


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