Über den Pass nach Walenstadt

(Arcangelo Balsamo)
WANDERPARADIES ⋅ Die Bergwanderung über den Nideri nach Walenstadt kann für ungeübte Wanderer trotz herrlicher Aussicht zum Härtetest werden.
14. September 2017, 06:28
Arcangelo Balsamo

Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Vom Kurhaus Voralp nach Walenstadt Bahnhof
Wanderzeit: 4 Stunden 20 Minuten
Ausrüstung: Wanderschuhe, nicht für Kinderwagen geeignet
Gaststätten: Berggasthaus Voralp, Mo-Sa 9-21 Uhr, Sonntag 9-18 Uhr. Diverse Einkehrmöglichkeiten in Walenstadt.
Parkplätze: Am Startort vorhanden. Es empfiehlt sich jedoch, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.
Öffentlicher Verkehr: Mit dem Zug von St.Gallen nach Buchs und danach mit dem Bus via Grabs bis zur Haltestelle Voralp, Kurhaus.
Kartenmaterial: 1:25000, Nr. 1134 Walensee und Nr. 1135 Buchs (arc)
1 Kurhaus Voralp Die Bergwande­rung startet beim Berggasthaus Voralp, das man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht. Der Bus hält direkt vor der Gaststätte. Die ersten Meter legt man in die Richtung zu­rück, aus welcher man gekommen ist, ehe man nach links in eine Spitzkehre einbiegt. Von diesem Punkt an geht es für die nächsten 4,5 Kilometer nur noch aufwärts. Anfänglich ist die Stei­gung leicht und verläuft gleichmässig, sodass man die Berglandschaft zur Linken problemlos geniessen kann. In diesem Abschnitt verläuft die Rou­te auf einem Kiesweg, der in eine Art Flurweg übergeht. Beim Übergang in Letzteres verändert sich die Strecken­führung. Diese wird von Serpentinen geprägt , die an weidenden Kühen ent­lang in die Höhe führen.

2 Alti Hütte Nach einem Viertel der Wanderstrecke erreicht man die Mauerresten der ehemaligen Ge­bäude der Alp «Alti Hütte». Diese wurden durch eine Staublawine zer­stört. Auf den Mauern können Wan­derer, die bereits ihre Beine spüren, eine Pause machen. Es lohnt sich, denn ab hier steigert sich der Schwie­rigkeitsgrad. Statt wie bis anhin auf «normalen Wanderwegen», geht es fortan über Stock und Stein auf dem Bergwanderweg in Richtung Passhö­he. Zur Orientierung tragen weiss-rot-weisse Markierungen bei. Während des Aufstiegs zahlt sich ein Blick zu­rück aus. Doch auch die Kalkforma­tionen und der Gamserrugg auf der rechten Seite des Weges sind nicht zu verachten.

3 Nideri Nachdem man die letz­ten Meter des Anstiegs gemeis­tert hat, erreicht man den höchsten Punkt der Wanderung. Auf dem Ni­deripass erwartet die Wanderer nicht nur eine herrliche Aussicht über das Seeztal, sondern man stösst auch auf Bunker aus dem zweiten Weltkrieg. Ausserdem findet man eine offene Feuerstelle vor.

4 Lüsis Wer bereits nach dem Aufstieg schwere Beine hat, der sollte sich vor dem Abstieg in Richtung Lüsis ausgiebig erholen. Denn der Weg ins Tal hinunter ist zum Teil äusserst steil, und auch das Terrain verzeiht keine Müdigkeit. Besonders ungeübte Wanderer sollten es vermei­den, sich während des Abstiegs, der im Zickzack zum Teil über Geröllhal­den verläuft, von der Aussicht auf die Glarner Berglandschaft und den Wa­lensee ablenken zu lassen. Stattdes­sen lohnt es sich, kurz innezuhalten, um die Aussicht in vollen Zügen und ohne Risiko zu geniessen. In Lüsis angekommen, empfiehlt es sich, die Wasserflaschen aufzufüllen. Denn ob­wohl man das Gefühl hat, schon seit Ewigkeiten abwärts zu wandern, feh­len noch gut 800 Höhenmeter bis zum Zielort. Ausserdem gibt es erst in Wa­lenstadt erneut die Möglichkeit dazu. Immerhin wird die Beschaffenheit des Weges ab Lüsis besser, und es häufen sich die Abschnitte im Schatten.

5 Gräpplig Nach zwei weiteren Kilometern Abstieg, beziehungs­weise 400 Höhenmetern, erreicht man Gräpplig. Hier trifft man auf eine offene Hütte mit Sitzmöglichkeiten und einem Tisch. Der Platz lädt förm­lich zur einer weiteren kleinen Pause ein. Besonders wer schwere Beine hat, kann hier für die restlichen drei Kilo­meter Energie tanken. Danach geht es weiter durch Waldpassagen in Rich­tung Walenstadt. Der Weg ist zwar nicht mehr ganz so steil, aber es geht dennoch stetig abwärts.

6 Walenstadt Bahnhof Der letz­te Abschnitt fühlt sich für Personen mit wenig Kondition wie eine Wohltat an. Man trifft auf eine geteer­te Strasse, und es geht kaum mehr ab­wärts. Man hat somit Zeit, die Aus­sicht auf den Walensee und die Chur­firsten zu geniessen. Am Bahnhof ist man möglicherweise erschöpft, aber ein Blick zurück auf die Berge und die Gewissheit, von dort oben hergekom­men zu sein, entschädigen für Strapa­zen und verkrampfte Waden.

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