Oasis-Noel: «Ich liebe es, mich zu betrinken»

Oasis-Gitarrist Noel Gallagher über das Leben auf Tour, Pannen und das «alberne» Herrenmode-Label seines Bruders.

Bloss ein Hobby: Oasis-Frontmann Noel Gallagher.

Bloss ein Hobby: Oasis-Frontmann Noel Gallagher.

Noel Gallagher, haben Sie heute Bern erkundet?
Oh, ich hatte wenig Zeit. Ich spielte im Hotel noch ein bisschen Gitarre und telefonierte mit meiner Frau und den Kindern.

Sie komponieren vor einem grossen Gig neue Songs?
Ich schreibe ständig Lieder, Musik ist ja mein einziges Hobby. Ziemlich traurig, was (lacht)?

Haben Sie wenigstens ein kaltes Bier getrunken?
Nie vor einer Show! Ich liebe es, mich zu betrinken, aber keinesfalls, wenn ich nachher auf die Bühne muss. Nachher gibts Bier, versprochen!

Sie sehen müde aus. Warum tun Sie sich das alles noch an?
Ich bin todmüde. Aber jeder Job ist anstrengend, oder? Ich bin zu alt, um etwas zu ändern. Natürlich wäre das Leben in einer anderen Band viel einfacher.

Apropos andere Band: Was halten Sie von der Reunion Ihrer früheren Erzfeinde Blur?
Ach herrje! Dazu hab ich keine Meinung. Die Tage der Feindschaft sind vorbei. Ich verstehe aber die Begeisterung der Fans, die ihre Band nach Jahren wiedersehen.

In Valencia stieg der Sound aus, im März in Zürich brauchten Sie wegen Tonproblemen zwei Anläufe für Ihren Hit «Wonderwall» – warum immer diese Probleme?
In Valencia brach sogar Feuer aus, das war aber nicht unsere Schuld! Irgendwie ziehen wir technische Probleme an. In Manchester versprach ich den Fans das Geld zurück, weil wir die Show zweimal unterbrechen mussten.

Und? Haben die «unverschämten Fotzen», wie Sie die Manchester-Fans nannten, das Geld für die Tickets schon eingefordert?
Ich weiss nicht. Ach, die frechen Bastarde, ich rege mich immer noch auf! Die schauen sich die Show bis zum Ende an und wollen jetzt Cash sehen. Ich bereue, dass ich das Konzert für gratis erklärt habe. Es war sowieso Liams Idee und nicht meine.

Wie verstehen Sie sich zurzeit mit Ihrem Bruder?
Wir sprechen nicht miteinander und reisen getrennt. Das ist einfacher für alle Beteiligten.

Aber Sie tragen Kleider aus seiner «Pretty Green»-Linie?
Nein, pfff (bläst verächtlich die Luft aus und verdreht die Augen). Dieses Modeblabla ist so albern. Man sieht etwas, mag es, kauft es. Mode ist etwas für Mädchen. Männersachen sehen alle gleich aus. Es gibt zum Beispiel nirgends anständige Männerschuhe.

Sie hätten sich Schuhe zum Geburtstag wünschen können – besser als James Blunts Kopf, den Sie vor zwei Jahren forderten.
Haha. Nein. Ich habe doch schon alles. Es tut mir leid, ich kann mich einfach nicht erinnern, was ich dieses Jahr erhalten habe.

Lassen Sie mal, ist nicht so wichtig.
Doch, das ist es! Es bedeutet, dass ich vergesslich werde. (NEWS)

Erstellt: 20.07.2009, 11:09 Uhr

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