Schneller, aber nicht sicherer: Windows 7 schon in der Kritik

Das neue Betriebssystem ist kaum sicherer als Vista, kritisiert das deutsche Sicherheitsunternehmen G Data. Teilweise wurden Sicherheitsfunktionen zugunsten der Bedienbarkeit zurückgefahren.

Seit heute ist Windows 7 im freien Verkauf. Das neue Microsoft-Betriebssystem ist mit viel Vorschusslorbeeren gestartet.

Windows 7 soll deutlich schneller sein als Vorgänger Vista. Aber wie steht es um die Sicherheit? Das Bochumer Sicherheitsunternehmen G Data unterzog das Betriebssystem einem Security-Check. Das Ergebnis ist für das Redmonder Unternehmen enttäuschend: Das neue Produkt biete in puncto Sicherheit kaum Neuheiten. Teilweise seien Sicherheitsfunktionen zugunsten der Bedienbarkeit zurückgefahren worden.

Schutzfunktionen lassen sich aushebeln

Für Private habe Microsoft versucht, die mit Vista etablierten Schutztechnologien bedienbar zu machen, so G Data. Allerdings sei die Benutzerkontensteuerung durch die verschiedenen Stufen anfälliger für Missbrauch geworden. Ein grosses Problem besteht ausserdem bei den Dateinamenerweiterungen. Diese würden immer noch nicht angezeigt.

«Dadurch können Betrüger weiterhin ihre Schadprogramme mit den Symbolen harmloser Programme tarnen», warnt Ralf Benzmüller, Leiter G Data Security Labs. Windows 7 habe zwar einige neue Schutzfunktionen dazubekommen, aber diese lassen sich, genauso wie unter Vista, aushebeln. «Wir rechnen leider auch in Zukunft kaum mit einer Verbesserung bei der Gefahrensituation und der Anfälligkeit von Windows-PCs für Schadcode», so Ralf Benzmüller.

Kritisch äusserte sich auch Axel Vahldiek von der Computerzeitschrift «c't»: Microsoft habe Sicherheitseinstellungen wegen Beschwerden über dauernde Sicherheitsnachfragen von Vista zurückgeschraubt. «Glücklicherweise reicht aber das simple Hochsetzen eines Schiebe-Reglers, um auf das gleiche Niveau wie bei Vista zu kommen», so Vahldiek gegenüber dem Audiodienst der Nachrichtenagentur DPA.

Warnung von höchster Stelle

Bereits vor drei Wochen hatte sich das deutsche Computer Emergency Response Team der Bundesverwaltung in die Security-Diskussion eingemischt (siehe «Links»). Die offizielle Stelle warnte vor einer «hochriskanten» Schwachstelle im SMB2-Protokoll. Diese könne über das Netzwerk ausgenutzt werden, um einen Computer mittels eines so genannten Denial-of-Service (DoS)-Angriffs lahmzulegen. (Thurgauerzeitung.ch/Newsnetz)

Erstellt: 23.10.2009, 12:18 Uhr

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12 KOMMENTARE

Ruedi Wegi

24.11.2009, 13:29 Uhr

Habe einige Tage mit dem neuen W7 gefummelt. Macht wirklich Spass....es ist jetzt noch ein Schritt näher am Apfel. Wenn wir aber wieder Terras von Updates brauchen, damit wir "Sicher" bleiben, muss ich wohl definitiv ein Glasfaserkabel ins Haus führen oder eben, Äpfel kaufen. Gut gemacht Microsoft, dran bleiben und gut schauen, was die anderen machen.


Werner Meier

27.10.2009, 11:33 Uhr

Tja, die Branche befindet sich in der Reifephase. Irgendwann geht gar nichts mehr.


Werner Holliger

22.10.2009, 18:03 Uhr

Windows ist seit einiger Zeit nicht mehr mein Betriebssystem. Aber auch unter Windows wird es so sein, dass nicht das Betriebssystem der Schwachpunkt der Chose ist, sondern der Durchschnittsuser, welcher am Compi höckelt.


Martin Bürgin

22.10.2009, 17:06 Uhr

Arme Microsoft! Egal, wie sie es anstellt, es hagelt immer Kritik. Bestimmt wären die Redmonder in der Lage das Betriebssystem so sicher zu machen, dass alle Security-Software-Anbieter zusammenpacken und den Laden zumachen könnten. Schade wissen es diese nicht zu schätzen, dass Microsoft sie einfach nur am Leben lässt. Der Kuchen ist offenbar so gross, dass es für alle genug hat.


Martin Mayer

22.10.2009, 15:02 Uhr

Es ist ein Irrglaube, dass der Hersteller alleine für die Sicherheit zuständig ist. Grundsätzlich sollte er die Möglichkeit bieten, ein sicheres System zu betreiben (mit den Bequemlichkeitseinbussen). Auch Windows 7 kann man sicher betreiben (die Einstellungen kann man alle verschärfen - allerdings jammern dann wieder alle, weil dies oder das mühsam ist).


Rolf Rüeger

22.10.2009, 14:45 Uhr

Nach 15 Jahren Computererfahrung mit Windows habe ich nicht das geringste Bedürfnis für Windows 7 und bin auf Apple umgestiegen. Das OS X begeistert. Gründe: Nach einem Flopp wie VISTA nun fast dasselbe als Update zum überrissenen Preis. ( OS X Fr. 29.--) XP: Alle Daten sichern, WIN7 installieren, alle Programme neu installieren, nicht vergessen den XP-Modus zu aktivieren. 1 Tag futsch. Für was?


Peter Schürch

22.10.2009, 14:04 Uhr

Jedes neue Windows wurde von der Presse "verrissen". Das begann schon mit Win 95. Ich benutze seit 2,5 Jahre Vista Ultimate und konnte mir nichts besseres wünschen. Neue Bertr. Systeme werden nicht für ältere PC designt. Mit neuem Windows kaufe ich mir zeitgemässe Hardware. Von G-Data kaufte ich vor 2 Jahren ein Antivirus. Meine beiden Rechner waren danach tot. Von denen lasse ich mir nichts sagen


Mario Monaro

22.10.2009, 13:41 Uhr

Ich sehe immer wieder bei Kunden und Bekannten, dass nicht einmal die kostenlosen Updates installiert werden und zwar bei Mac- UND Windows-Benutzern. So lange so viele Anwender noch nicht einmal die elementarsten Sicherheitsmassnahmen einhalten sind die oben angesprochenen Dinge längst nicht das grösste Problem...


Manfred Rusterholz

22.10.2009, 13:33 Uhr

Tja, Windows 7 ist nur verbessertes Vista. Microsoft hat sich zum Vista Release hin schon Mühe gegeben, die Security auf Vordermann zu bringen... und das ist auch nötig.


Gill Seiler

22.10.2009, 13:31 Uhr

das eine Sicherheitsfirma das behauptet ist ja ganz normal...


Florian Planche

22.10.2009, 13:12 Uhr

Lustig was G Data immer alles weis und wider mal was nörgeln kann. Sicher ist es nicht das sicherste Betriebsystem, doch das können Heimanwender auch nicht bedienen. Ich würde nur jedem raten nicht G Data Internet security zu installieren, den mit dem Programm beginnen die grossen Probleme für einen Heimanwender erst.


Susanna Kim

22.10.2009, 13:00 Uhr

Es ist immer das Gleiche: Profit over people.



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