Ghadhafi akzeptiert Entschuldigung aus den USA

Libyen ist bereit, sich wieder mit den USA zu versöhnen. Es akzeptierte am Mittwoch die Entschuldigung eines Sprechers des US-Aussenministeriums.

Dieser hatte mit einer ironischen Äusserung über den Streit zwischen der Schweiz und Libyen für Misstöne gesorgt. Einer Vertiefung der Beziehungen zwischen Libyen und den USA stehe nun nichts mehr im Wege, teilte das libysche Aussenministerium mit. Der US-Sprecher Philip Crowley hatte den libyschen Revolutionsführer Muammar al-Ghadhafi mit einer Bemerkung über dessen Aufruf zum Jihad gegen die Schweiz erzürnt.

Ghadhafi hatte Ende Februar zum Heiligen Krieg gegen die Schweiz aufgerufen. Er hatte dies mit dem per Volksabstimmung beschlossenen Bauverbot für Minarette begründet.

«Nicht unbedingt viel Vernünftiges»

Auf die Frage eines Journalisten, was denn von dem Aufruf zu halten sei, hatte Crowley gesagt, dieser sei mit Ghadhafis Auftritt vor der Uno im vergangenen September zu vergleichen: «Viele Worte, viel Papier, das überall herumflog - nicht unbedingt viel Vernünftiges.»

Libyen forderte nach dieser Bemerkung eine offizielle Entschuldigung und drohte andernfalls mit negativen Auswirkungen auf die Beziehungen beider Länder. In Libyen haben mehrere US-Ölfirmen Milliarden Dollar investiert.

Am Dienstag entschuldigte sich Crowley bei Ghadhafi. Seine Bemerkungen spiegelten nicht die Politik der US-Regierung wider, erklärte er in Washington. Sie seien auch nicht beleidigend gemeint gewesen. (sam/sda)

Erstellt: 10.03.2010, 15:47 Uhr

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